Bei sommerlichen Temperaturen läuten die Freiheitlichen rund um Ihren OÖ-Spitzenkandidaten Roman Haider den Endspurt im Wahlkampf am Linzer Südbahnhof Markt ein. Der 52-jährige Aschacher nahm sich ausführlich Zeit, um nach dem Regierungs-Aus der Partei mit vielen Marktbesuchern ins Gespräch zu kommen.

Die Stimmung vor der EU-Wahl am Sonntag war dabei trotz der jüngsten Ereignisse sehr positiv. Waren insbesondere linke Kreise zuletzt davon überzeugt, dass die FPÖ nach der „Ibiza-Krise“ und dem daraus resultierenden Regierungs-Aus marginalisiert werden könnte, blickte der motivierte Wahlkämpfer Haider schon wieder zuversichtlich in die Zukunft.

Politischer Mordversuch an den „Blauen“

„Klar war die Stimmung schon einmal besser, aber viele Leute kommen zu uns und teilen uns mit, dass sie uns jetzt erst recht wählen werden.“ Die Lage innerhalb der Partei beschrieb Haider als sehr positiv: „Einen derartigen Zusammenhalt habe ich noch nie erlebt!“ Die Funktionäre stünden so eng beisammen wie lange nicht und er sehe die Partei aus der Krise überhaupt gestärkt hervorgehen, resümiert der Aschacher. Angesprochen auf die Ibiza-Affäre spart Haider nicht mit Kritik: Es gebe nichts zu beschönigen an den Ereignissen. Jeder, der das Video gesehen habe, wüsste, dass sowas nicht gehe. Trotzdem hält der 52-jährige fest, dass es sich bei der inszenierten Video-Falle um einen „politischen Auftragsmordversuch an der FPÖ“ handle.

„Das hat sich die FPÖ nicht verdient!“

Bis zum Wahl-Sonntag werde Haider, der auf Listenplatz 4 kandidiert, alles daransetzen, um die bestehende Basis zu mobilisieren und neue Sympathisanten zu gewinnen. Man wolle vor allem Menschen erreichen, die mit der Regierungsarbeit zufrieden waren und sich denken: „Das hat sich die FPÖ nicht verdient!“. Sprach Roman Haider und wandte sich einem Ehepaar zu, das sich als ÖVP-Wähler zu erkennen gab. „Das war ein Riesenfehler von Sebastian Kurz, dass er die erfolgreiche Regierungsarbeit aufgekündigt hat“, meinten die beiden unisono. Es bleibt abzuwarten, inwieweit es der FPÖ gelingt, enttäuschte Regierungsanhänger für sich zu gewinnen.