Praktisch zeitgleich zum traditionsreichen Politischen Aschermittwoch der FPÖ in Ried im Innkreis lud in Wien die Allianz für Österreich (DAÖ) zu einer ähnlichen Veranstaltung – mit H.C. Strache als prominentem Hauptredner. 

Wie erwartet nutzte Strache seine Rede, sein Antreten für die neue Partei bei der Wien-Wahl im Herbst anzukündigen. Dabei steckt er sich unverändert hohe Ziele: „Wer wenn nicht ich kann ein ernstzunehmender Gegner von Michael Ludwig in Wien sein“, so Strache gegenüber oe24.at vor seinem Auftritt vor etwa 400 Leuten in der Prater Alm.

Strache sieht sich als „das Original“

Strache sah sich in seiner Rede als Architekt eines „Neustarts“. Er wolle bei der Wienwahl mit einer „neuen freiheitlichen Bürgerbewegung“ durchstarten. Dabei setzt er ganz auf sich selbst als Marke. „Ich und wir sind das Original und nicht irgendwelche Herrschaften, die all die Jahre in meinem Windschatten mitgeschwommen sind“, ist er sich sicher.

Das dürfte auch der Hauptunterschied sein, den er sich zur FPÖ setzt. Denn rhetorisch und inhaltlich ließ er zumindest beim zentralen Zuwanderungsthema vorerst keine andere Stoßrichtung erahnen. So übte er Kritik an der Duldung von Asylwerbern bis zum Abschluss ihrer Rede. Als problematisch sieht er auch „Muslime, die Parallelgesellschaften errichten“ und „Migranten, die sich in der sozialen Hängematte ausruhen“.

„Rot-grünes Polit-Establishment bekämpfen“

Außerdem ließ Strache kein gutes Haar an der rot-grünen Wiener Stadtregierung. An die äußerst linke Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) richtete, dass eine Reduktion der PKWs in Wien das Klima nicht retten würde. Auch den Protestierenden der für den Wiederaufstieg der Grünen mitverantwortlichen „Fridays for Future“-Bewegung kann er wenig abgewinnen. Diese seien „Schulschwänzer“, welche genauso gut am Wochenende demonstrieren könnten.

Im Wahlkampf gegen Michael Ludwig sieht er sich gut aufgestellt. Während er selbst sich nämlich für das Original hält, sieht er das bei seinem Widersacher anders: Häupl sei ein Spritzwein, der immer Saison gehabt hätte, Ludwig sei ein „stilles abgestandenes Wasser“. Insgesamt sei Wien eine „politische Dauerbaustelle“, in dem er „das rot-grüne Polit-Establishment bekämpfen“ und „Geschichte schreiben“ möchte.

Umfragen sehen DAÖ-Chancen gering

Dass Strache in Wien nur annähernd in die Nähe des Ergebnisses von 2015 als damaliger FPÖ-Chef (31 Prozent) kommen kann, scheint nach derzeitigen Umfragen schwierig. Die jüngsten Umfragen im Jänner zufolge sahen das Wählerpotenzial des DAÖ – allerdings vor der fixen Antritts-Ankündigung Straches – bei fünf bis sieben Prozent.

Nutznießer eins ‚blau-blauen Rosenkriegs‘ könnte neben der ÖVP übrigens auch die SPÖ sein. Unter deren einstigen Stammwählern in den von Arbeitern geprägten Flächenbezirken konnte die FPÖ nämlich in den letzten Wahlen verstärkt fischen.