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Jetzt ist es wirklich fix: Die „Soros-Universität“ (CEU) wird im Herbst 2019 den Lehrbetrieb in Wien aufnehmen („Wochenblick“ berichtete). Sie sei nämlich aus Ungarn vertrieben worden. Ungarn bezeichnete diese Aussage als „Soros-Bluff“, denn ein Teil der Uni werde in Budapest bleiben.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

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CEU: Wurden aus Budapest vertrieben

CEU-Präsident und Rektor Michael Ignatieff sagte in einer Aussendung: Die Universität sei vertrieben worden. Das habe es noch nie gegeben. Eine US-Einrichtung sei aus einem Land hinausgeworfen worden, das NATO-Mitglied ist. Eine europäische Institution sei aus einem EU-Mitgliedstaat verdrängt worden!

Ungarn: Typischer „Soros-Bluff“

Der ungarische Staatssekretär Zoltán Kovács (Regierungspartei Fidesz) korrigierte das auf Twitter: Das Ganze sei ein politischer Soros-Bluff. Die Soros-Universität werde gehen, aber bleiben. Es sei allgemein bekannt, dass sie weiterhin eine beträchtliche Zahl von Lehrgängen in Budapest abhalten werde.

Vier Fünftel des Lehrbetriebes werden nach Wien übersiedelt. Die CEU wird auch weiterhin in Budapest lehren, darf aber keine US-Diplome ausstellen.

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Soros besuchte Kurz im November in Wien.

Kanzler und Wiens Bürgermeister freuen sich

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) begrüßt am Dienstag die Umsiedlung der CEU nach Wien als „positiven Gewinn“. Auch Wiens Bürgermeister, Michael Ludwig (SPÖ) wolle der CEU ein „Herzliches Willkommen“ bereiten.

Strache: Soros-Uni erfüllt Bedingungen nicht

Vizekanzler Heinz-Christian Strache äußerte sich kritisch: Bei der CEU handle es sich um eine „Wanderuniversität“, die keinen Referenzcampus habe. Es könne nicht sein, dass die Grundlagen, die normalerweise für Universitäten in Betracht gezogen werden, nicht erfüllt werden, sagte er am Dienstag laut „Die Presse“.

Asyl-Geschäfte: Ungarn geht gegen Manager vor
Der ungarische Premierminister Viktor Orbán steht auf Kriegsfuß mit dem Masseneinwanderungs-Befürworter und stark umstrittenen Milliardär Soros.

Orban ignoriert CEU-Ultimatum

Laut neuem ungarischen Hochschulgesetz müssen Privatuniversitäten auch in ihrem Ursprungsland – in diesem Fall der USA – einen Campus betreiben und einen Rahmenvertrag mit der ausländischen Regierung haben. Diesen vereinbarte die CEU dann mit dem New Yorker „Bard College“.

Der Bundesstaat New York war bereit, den geforderten Vertrag abzuschließen. Die CEU setzte Ungarns Regierungschef Viktor Orban ein Ultimatum, diesen bis 1. Dezember zu unterzeichnen, was dieser bisher ignorierte.