119 Tage war der deutsche Journalist Billy Six in venezolanischer Einzelhaft von der Welt weg gesperrt. Nun ist er aufgrund des Einsatzes von Sergej Lawrow, dem russischen Außenminister, wieder frei.

Unter dem Hashtag #FreeBilly setzten sich vor allem die Eltern des 32-Jährigen für dessen Freilassung aus dem Geheimdienst-Gefängnis ein. Im Internet wurde der Hashtag beinahe ausschließlich von patriotischen Plattformen beworben.

Werbung

Solidarität des Mainstreams blieb aus

Da Billy Six hauptsächlich abseits des journalistischen Mainstreams publizierte, blieben Solidaritätsbekundungen wie beim türkisch-deutschen Autor Deniz Yücel aus, der sich etwa ein Jahr in türkischer Gefangenschaft befand. Sogar der Bundespräsident, Frank Walter Steinmeier bemühte sich persönlich um Yücels Freilassung. In Billy Six‘ Fall hieß es lediglich „er werde konsularisch betreut“.

In ihrer Dankesbotschaft an den russischen Außenminister Lawrow und die AfD, die sich in Deutschland für Billy Six stark gemacht hat, erheben die Eltern von Billy auch schwere Vorwürfe gegen die deutsche Regierung.

Freilassung blockiert?

In dem Facebook-Post schreiben sie, dass die deutsche Regierung nie aktiv die Freilassung von Billy gefordert hätte und das Auswärtige Amt unter SPD-Minister Heiko Maas nur das Mindeste getan habe, um Billy aus der Gefangenschaft zu befreien. „Das Auswärtige Amt und Heiko Maas haben nach unseren Erkenntnissen die Freilassung eher blockiert als gefördert. Das hat uns sehr enttäuscht“, schreibt die Familie.

Scharfe Kritik muss sich die Deutsche Bundesregierung gefallen lassen, da ein Regierungsmitglied eines fremden Staates für die Freilassung von Billy sorgen musste. Am Rande eines bereits länger geplanten Treffens des russischen Außenministers Lawrow mit der österreichischen Regierung, empfing dieser auch seinen venezoelanischen Amtskollegen in Wien. Venezuela kam dem Wunsch der sofortigen Freilassung unverzüglich nach.