Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz mahnte in der Vorwoche, dass Inserate in „links- und rechtsextremen Medien“ generell abzulehnen seien. Was klingt, wie die eigentlich völlig banale und selbstverständliche Feststellung eines Politikers einer demokratisch legitimierten Partei, löste vor allem unter weit linksstehenden Medien des Mainstreams wahre Schadenfreudenstürme aus.

Diese meinten nämlich, die vermeintliche Gunst der Stunde gleich auch dafür nutzen zu können, um die Definition des Begriffs „Extremismus“ nach eigenen Interessen kurzerhand selbst gestalten und auch die Deutungshoheit darüber an sich reißen zu können, wer denn in Zukunft als „extrem“ zu gelten habe: Die unliebsame Konkurrenz der freien Medien natürlich.

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„Wir sind Journalisten, keine Aktivisten“

Dabei gäbe es über Begrifflichkeiten eigentlich längst keine Debatte mehr zu führen. Im Verfassungsschutzbericht des Jahres 2017 aus dem Innenministerium ist unmissverständlich festgehalten, dass für die Sicherheitsbehörden diejenigen „extrem“ seien, die „die Normen und Regeln eines modernen demokratischen Verfassungsstaates ablehnen und diesen mit Mitteln beziehungsweise Gutheißung von Gewalt bekämpfen“.

Nicht zuletzt deshalb macht „Wochenblick“-Chefredakteur Christian Seibert auch klar: „Als Redakteure des Wochenblick sind wir Journalisten und keine Aktivisten. Extremismus in jedweder Form liegt uns fern. Ich halte es für gefährlich, ein Medium wie das unsere, leichtfertig damit in Verbindung zu bringen. In derartigen Angriffen orte ich den Versuch, einem erfolgreichen Medium in geschäftsschädigender Art und Weise Schaden zuzufügen“.

Am Wochenblick ist nur der Erfolg extrem

Ein naheliegender Verdacht, betrachtet man die zuletzt stark sinkenden Reichweiten vieler Konkurrenten der eingesessen „Mainstreams-Medien“. Gerade den „Wochenblick“, der in Sachen online-Relevanz schon seit geraumer Zeit mit den bedeutendsten Massenmedien wie „Krone“ oder „ Heute“ in einer Liga spielt und nun sogar mit einem eigenen live TV-Format auf Facebook regelmäßig über 80.000 Zuseher vor die Bildschirme lockt, in eine Ecke mit „Extremisten“ stellen zu wollen, ist richtiggehend unerhört.