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Das freut die FPÖ-Fans: Für die ORF-ZiB2 vom Montagabend war kein einziger Spitzenpolitiker der Freiheitlichen bereit, Moderator Armin Wolf Rede und Antwort zu stehen.

Armin Wolf betont, er hätte natürlich „gerne“ mit der FPÖ-Spitze gesprochen.

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FPÖ-Fans hingegen jubeln über die „Standhaftigkeit“ „ihrer“ Politiker, sehen sich bestätigt, dass die Berichterstattung des durch Zwangsgebühren finanzierten ORF über die FPÖ überwiegend unsachlich und negativ sei.

FPÖ-Fans jubeln im Netz

So heißt es von einem weiblichen Fan: „Endlich haben FPÖ-Politiker dem ORF Interviews verweigert! Bravo“.

Auch eine weitere Nutzerin zeigt sich „begeistert“.

Der dem geplanten Gespräch vorangehende Beitrag mit einer Dauer von etwa fünf Minuten lässt erahnen, womit die Abstinenz der FPÖ-Politiker zu tun haben könnte und warum niemand bereit war, mit Armin Wolf über die aktuelle Situation der Bundesregierung zu sprechen.

„Schlimmer Sprecher“ von Kickl

So wurde unter anderem – schon wieder – der „konzentriert an einem Ort halten“-Sager von Innenminister Herbert Kickl  aufgebracht. Der Sager habe Kickl laut Armin Wolf „internationale Schlagzeilen“ sowie eine „Verwarnung des Bundespräsidenten“ eingebracht.

Daraufhin: Filmaufnahmen vom FPÖ-Neujahrsempfang in der Pyramide Vösendorf. Akribisch werden die Bierdosen auf den Biertischen gefilmt. Gezielt sucht man nach Personen, die die eine oder andere Maßnahme der eigenen Partei kritisieren könnten.

„Faschistische Inszenierungen“

Keine zwei Minuten sind vergangen, hagelt es vom Sprecher schon den ersten Nazivergleich: Der Wahlkampfauftakt in Tirol, bei dem Parteichef und Vizekanzler HC Strache mit Trommlern einmarschierte, hätte mit seinem „martialischen Auftritt Erinnerungen an faschistische Iszenierungen geweckt“.

Danach folgt noch einmal Kickls Aussage zur Unterbringung von Asylwerbern, um sie den Zusehern „so richtig“ vor Augen zu führen.

„Skandal“: Gudenus in Banja Luka

Nach über drei Minuten voller Nazi-Vergleiche lässt man den „besonders braun“ gebrannten Stefan Petzner zu Wort kommen. Der ehemalige BZÖ-Politiker, für den sich seit seinem Ausscheiden aus der Politik offenbar niemand außer der ORF zu interessieren scheint, attestiert: Der „wortgewandte Stratege Kickl“ habe den Sager bewusst verwendet.

Der Beitrag endet mit der Reise des FPÖ-Klubobmanns Johann Gudenus nach Banja Luka in die Republika Srpska, die ihm „Kritik eingebracht“ hätte.

Politikwissenschaftler als Ersatz

Danach kommentiert ein sichtlich trauriger Armin Wolf: „Wir hätten darüber natürlich mit Vertretern der FPÖ-Spitze geredet“, doch kein einziger sei bereit gewesen, ins Studio zu kommen.

Als Ersatz stand ihm der vom ORF ebenfalls sehr gern eingeladene Politikwissenschaftler Peter Filzmaier Rede und Antwort.