Der bekannte Entertainer Jürgen von der Lippe versucht mit 71 Jahren sein Comeback. Besonders angepasst war er nie. Mit scharfem Intellekt und spitzer Zunge spricht er aus, was viele denken. Von political correctness hält er wenig. Genauso wenig von Greta Thunberg und Fridays for Future. In einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur dpa äußerte er die Vermutung, dass es Widerstand gegen Sprech- und Denkverbote geben werde. 

Beim Hamburger Abendblatt erschien jüngst ein knackiges Interview mit dem Entertainer: „Ich stelle allerdings auch fest: Die Leute haben es satt, erzogen zu werden. Und die Leute haben Greta satt. Wenn sich so ein Mädel hinstellt und die Weltmächtigen anschreit: How dare you! und die dann kuschen, ist das für mich Comedy.“

Greta nervt

Liest man die Volksmeinung in den sozialen Medien, dürfte von der Lippe nicht der einzige sein, der Greta satt hat. Lippe sagte weiters: „Max Goldt hat mal gesagt: Wenn die Kritik an Zuständen mehr nervt als die Zustände selber, dann muss man aufpassen, und so weit sind wir gerade.“ Dabei äußerte er sich durchaus positiv zur Klimadiskussion, mit der sich „etwas anstoßen“ ließe. In Deutschland würde man bei vielen Themen aber zur Übertreibung neigen. Als Beispiel führte er die Mülltrennung an, wo die Menschen ihren Nachbarn mit Blockwartmentalität überwachen würden. Diesen Trend sieht er auch bei der Klimadebatte.

Gute Manieren sind wichtig

Insgesamt befürchtete von der Lippe, dass aufgrund der political correctness eine neue Zeit der Prüderie auf uns zukommen könnte. Dabei differenziert er klug zwischen traditionellen Auffassungen und modernen Auswüchsen von dem, was als angemessen oder höflich gilt. Ich bin ein großer Freund guter Manieren, gerade weil sie vielfach nicht mehr vorhanden sind. Das sehe ich mit einem gewissen Bedauern. Das Siezen zum Beispiel bietet die hervorragende Möglichkeit, einem etwas übergriffigen Gegenüber zu signalisieren, dass man seine Vertraulichkeit nicht möchte.“

Kritik und Zustimmung auf Twitter

Kritik durfte bei so klaren Aussagen zum Zeitgeist nicht lange auf sich warten lassen. So wurde von der Lippe wie bestellt von der so genannten „linken Blase“ im Social Media Dienst „Twitter“ hart attackiert. Andere, vielleicht etwas weniger laute Stimmen hingegen äußern Verständnis und Zustimmung.