Österreichs größter privater Pflegeheimbetreiber SeneCura kündigte eine groß angelegte Kooperation mit Marokko an. Jugendliche aus Rabat sollen ins Land geholt und in Niederösterreich zu Altenpflegern ausgebildet werden. Mit dem erreichen notwendiger Deutschkenntnisse sollen sie in der Pflegeassistenz eingesetzt werden und in Folge weitere Diplome erwerben können.

Bei der Gewerkschaft GPA-djp ist man erbost. Der Kurier zitiert diese mit den folgenden Worten: „Auf der einen Seite stemme sich das Unternehmen gegen kürzere Arbeitszeiten oder höhere Löhne, um mehr Inländer für Pflegeberufe zu gewinnen. Auf der anderen Seite nehme man jetzt sehr viel Geld in die Hand, um Pflegepersonal aus dem fernen Ausland anzuwerben, es nach Österreich zu bringen, ihnen Deutsch beizubringen und auszubilden.“

SeneCura beteibt 80 Pflegeheime in Österreich

Bei SeneCura, Tochter der französischen Orpea-Gruppe, plane man eine weitgehende Zusammenarbeit mit Marokko. So will das Unternehmen auch in Marokko Pflegeheime errichten und betreiben. In Österreich betreibt SeneCura bereits 80 Einrichtungen. Im islamischen Marokko herrscht große Jugendarbeitslosigkeit. Die Regierung von Marokko sowie die Stadtregierung von Rabat begrüßen und unterstützen die Initiative.

Problematische Menschenrechtssituation in Marokko

Auf der Seite der Volkshilfe ist indes über massive Probleme mit Marokkanern nachzulesen. Speziell vor Ort wäre die Menschenrechtslage problematisch. „Marokko ist nicht nur als Urlaubsland auf der Reisewarnstufe 5 (von 6) eingestuft, auch die marokkanische Bevölkerung wird im eigenen Land stark unterdrückt. Bei den Menschen-Rechten gab es 2015 keine Fortschritte in Marokko. Ganz im Gegenteil: Aktuelle Berichte sprechen von härteren Restriktionen gegenüber Menschenrechts-Gruppen. Meinungsfreiheit gibt es nur auf dem Papier, Vergewaltigungen enden für Frauen in Haft, Rückkehrer aus Europa müssen sich auf Haft einstellen.Dennoch solle man Menschengruppen nicht pauschal vorverurteilen.