„Das Jagdkommando hat mein Leben entscheidend geprägt“, betont der Journalist, Autor und „Wochenblick“-Mitarbeiter Kurt Guggenbichler, der in seinem im September erscheinenden Buch „Hainburg, Heer & Herzklopfen“ nicht nur Einblicke in die Ausbildung dieser militärischen Spezialeinheit in ihren Anfangsjahren gewährt, sondern der in dem sehr persönlich gehaltenen Werk auch seinen Werdegang zum erfolgreichen Reporter beschreibt.

„Das eine hängt mit dem anderen nämlich eng zusammen“, erläutert Guggenbichler, der fast drei Jahre seines Lebens bei den sogenannten Rangern verbrachte, wie man seinerzeit die Ausbildung zum Einzelkämpfer im Bundesheer nannte.

„Das Jagdkommando ist heute in Wiener Neustadt angesiedelt“, so der Autor, doch als er dem Eliteverband angehörte, das war in den Jahren 1970 bis 1973, war dieser noch in Hainburg an der Donau stationiert. Im Bewusstsein der meisten Österreicher war Hainburg damals ein weißer Fleck auf der Landkarte, was sich erst zehn Jahre später ändern sollte, als es wegen des dort geplanten Kraftwerksbaus in der Au in die Schlagzeilen geriet.

Schlacht am Büffet

Diesem Ort ist Guggenbichler bis heute noch sehr verbunden. Als 21-jähriger Bursch hatte er sich dort mit einem 15-jährigen Mädchen befreundet und sich auch in sie verliebt, welches er jedoch wegen seiner geplanten Kriegsreporter-Karriere schweren Herzens in Hainburg zurücklassen musste. Erst vierzig Jahre später haben die beiden dann doch noch zusammengefunden.

Guggenbichler hatte zwischenzeitlich zwar keine Kriegsreporter-Karriere gemacht, war aber als Journalist an der Gesellschaftsfront gelandet, wo es gefährlicher war als in einem Krisengebiet, wie er grinsend betont. „Ich kenne nämlich mehr Kollegen, die an den Folgen von vielen Festen und Veranstaltungen letztlich an Leberzirrhose oder an einem Herzinfarkt gestorben sind, als solche, die im Feindfeuer an einer Kriegsfront ihr Leben ließen.“ Der Journalist hat die Schlachten an den kalten und warmen Buffets nicht nur überlebt, sondern sich beizeiten auch noch das Rauchen und Trinken abgewöhnt.

Harte Schicksalsschläge

Trotzdem musste er zwei harte Schicksalsschläge verkraften. Denn in einem Abstand von nicht einmal zehn Jahren hat er hintereinander zwei geliebte Frauen verloren: seine Ehefrau Astrid aus Gmunden und seine spätere Lebensgefährtin Renate aus Hainburg. Die eine starb nach einer Nierenoperation, die andere nach einem Treppensturz.

Wie verkraftet man so etwas? „Gar nicht“, sagt Guggenbichler, doch wie man überlebt, das hatten er und seinesgleichen beim Jagdkommando gelernt. Wie sie dort ausgebildet wurden und welche Geschichten und Geschichtchen sie als Ranger machten, verrät er in seinem Buch mit dem Untertitel „Als Einzelkämpfer zwischen Liebe, Drill und Übermut“, was schon fast eine Inhaltsangabe ist.

Bekannte Personen

Dass nicht nur der sehr bekannt gewesene frühere Wiener Nachtlokalkönig Heinz Werner Schimanko ein erfolgreicher Absolvent dieser legendären Spezialausbildung war, sondern auch der frühere Wiener Philharmonika-Vorstand Clemens Hellsberg wie auch Guggenbichlers Kurskamerad Josef Paul Puntigam, unser Grenzverteidiger beim seinerzeitigen Jugoslawien-Konflikt, und viele andere große Persönlichkeiten mehr erfährt der Leser auch durch dieses unterhaltsam geschriebene Buch.

Infos: Hainburg, Heer & Herzklopfen, Größe: 155x230mm, 368 Seiten, 280 Abbildungen, Preis: € 29,50. Erschienen im Buddy-Verlag, Bestellungen unter: [email protected]

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