Gavin Newsom, der Gouverneur von Kalifornien beendete am Montag den harten Lockdown-Kurs mit sofortiger Wirkung und driftete in seichtere Richtungen. Ausgangssperren wurden aufgehoben, Friseure und Restaurants dürfen wieder öffnen, letztere allerdings nur dann, wenn die Gäste auf der Terrasse sitzen und dort essen können. Essen in geschlossenen Räumen bleibt weiterhin verboten.

Seit dem 3. Dezember gilt auch im sonnigen Staat an der Westküste der USA ein „Versammlungsverbot“ und alle Bürger wurden aufgerufen, auf nicht notwendige Aktivitäten zu verzichten. Die Aufhebung des Lockdowns gilt allerdings nicht für alle: Bars sollen weiterhin geschlossen bleiben und Live-Sportveranstaltungen sollen ebenfalls nicht stattfinden.

Doppelt so viele Suizidopfer als 2019

In Las Vegas drängen Behörden indes dazu, die Schulen wieder zu öffnen, die seit März 2020 geschlossen sind, da die Zahl der Suizide unter Schülern steigt. Immer mehr Kinder und Jugendliche halten dem Druck der Lockdowns und den damit verbundenen Auswirkungen nicht mehr stand und geben auf. Die einen haben familiäre Konflikte, die anderen leiden unter der Einsamkeit. Seit März 2020 starben 19 Jugendliche durch Selbstmord, das sind doppelt so viele wie 2019. Systematisch suchen die Behörden von Las Vegas daher auf Tablets von Schülern nach Stichwörtern, die eine Suizid-Absicht vermuten lassen. 3.100 Alarmmeldungen gab es allein zwischen Juni und Oktober 2020 in diesem Zusammenhang.

Lockdowns fatal für seelische Gesundheit

Soziale Aktivitäten bilden eine wichtige Grundlage für seelische Stabilität. Ist der soziale Kontakt untersagt, gehen damit auch Alltagsstrukturen verloren, die zu einer psychischen Unstabilität führen können. Schon seit Monaten warnten Psychiater und Psychologen vor den seelischen Folgen der Corona-Politik und davor, dass die Zahl der Suizide nach oben klettern könnte. Leider scheinen sich nun ihre Befürchtungen zu bestätigen.

Noch im September war bekannt geworden, dass sich bei Österreichs wichtigster Helpline für Kinder und Jugendliche im Schnitt täglich 3 junge Menschen mit Suizidgedanken melden, die Corona-Politik hat diese Zahlen weiter steigen lassen.

Auch in Österreich brandgefährlich

Laut einer EU-Studie hatten 2015 in Österreich 18.000 Jugendliche Suizidgedanken. Selbstmord ist die zweithäufigste Todesursache bei den unter 25-jährigen Todesfällen. Jedes Jahr begehen in Österreich fast 3-mal so viele Menschen Suizid (ca. 1.200) als Menschen durch Verkehrsunfälle ums Leben kommen. Die Auswirkungen der Corona-Politik und dem damit verbunden Lockdowns und Verboten sei in Bezug auf Suizidzahlen noch gar nicht richtig abschätzbar. Die Suizidzahlen für das vergangene Lockdown-Jahr sollen laut Auskunft der Statistik Austria frühestens zur Jahresmitte bekannt gegeben werden. (AA)