Ich kann ja verstehen, dass linke Kommentatoren wie Claus Pandi in der „Krone“ vom Ibiza-Fall möglichst lang und möglichst oft profitieren wollen, weshalb dieser ihn erneut als „Glücksfall“ bezeichnet. Denn Ibiza hätte den Österreichern zu einer Regierung verholfen, die besser in die Gegenwart passe als die vorvorige, schreibt der Genosse.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

Machtkampf im Ministerium

Dabei schielt Pandi vor allem auf die Grünen, die ohne die türkise Protektion freilich bedeutungslos wären. Doch bei den Türkisen geht es hinter den Kulissen nicht sehr viel anders zu als im Ibiza-Bungalow, wie jetzt der Fall um die entlassene Ombudsfrau im Bildungsministerium zeigt. Im Bildungsministerium finde nämlich gerade ein Machtkampf statt, verrät die Lehrerin Susanne Wiesinger in ihrem heute erscheinenden Buch, was Bildungsminister Heinz Faßmann natürlich überaus peinlich ist, weshalb er die Dame kurzerhand an die Luft beförderte.

Denn Wiesinger hat definitiv herausgefunden, dass die Schule nicht nur eine Brutstätte von Parallelgesellschaften ist, sondern dass dort auch die Deutsche Sprache an Bedeutung verliere und man die Probleme bewusst negiere. Doch darüber dürfe nicht geredet werden, weil diese Probleme Türkise und Grüne wegschweigen wollen. Nun aber ist alles an der Öffentlichkeit.

Ibiza ist überall

Man stelle sich vor: Hätte sich Wiesinger darüber schon vorher vielleicht in einem kleinen Kreis über die Geheimhaltungsversuche des Bildungsministeriums echauffiert und wäre sie dabei möglicherweise auch noch heimlich gefilmt worden, wäre vermutlich ein ähnlicher Sturm der inszenierten Entrüstung über sie hereingebrochen wie weiland über H.C. Strache. Ibizia ist eben überall, auch wenn viele Österreicher das nicht wahrhaben wollen.