Roman Haider, EU-Parlamentarier der FPÖ, war mittendrin und begeistert: letzten Sonntag fand in Florida/Orlando die jährliche Internationale Konferenz Konservativer Politiker (CPAC) statt.

Von Kornelia Kirchweger

Trump hielt dort eine Brandrede und rechnete mit dem Radikal-Sozialismus von US-Präsident Joe Biden ab. „Bei der Konferenz herrschte unglaubliche Begeisterung, Trump-Fans zelteten vor dem Konferenzgebäude. Patriot ist dort kein Schimpfwort sondern ein Ehrenbegriff“. Die Rede von Donald Trump habe er persönlich miterlebt.

Schimpferei von Lachsrosa-Blatt

Trump sprach darin von einem historischen Kampf Amerikas um seine Zukunft, Kultur, seinen Wohlstand und die Identität der Amerikaner. All das stehe jetzt auf dem Spiel, wie niemals zuvor. Wieder zurück in Brüssel wurde Haiders Konferenz-Teilnahme in der üblichen untergriffigen Art, von einem lachsfarbenen Blatt kommentiert. Von Selfies bei der Trump-Rede mit anderen rechten Abgeordneten – ohne Einhaltung der Abstandsregeln – war u.a. die Rede, erzählte Haider und hielt das auch auf Facebook fest. Unbeeindruckt davon, schilderte er in einem Telefonat mit „Wochenblick“ seine persönlichen Eindrücke aus Florida.

Es geht auch ohne Lockdown

Dort fand die Konferenz nämlich statt, weil in Washington (Demokraten), wo die Konferenz üblicherweise stattfand, Lockdown herrscht. Also wich man nach Florida aus, wo alles offen ist und wo der republikanische Governor Ron DeSantis auf Selbstverantwortung und auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen setzt. Trotzdem seien die Corona-Zahlen nicht schlechter als in Ländern mit Lockdown, berichtet Haider. „Unsere Regierungen – in Österreich und im restlichen Europa – können sich da mehrere Scheiben abschneiden“. Man könne auch ohne Lockdown und ohne die Wirtschaft und Arbeitsplätze zu vernichten, eine gute Balance zwischen Gesundheitsschutz und dem Schutz der Freiheit und der Normalität erreichen, ist Haider überzeugt.

Stolze Patrioten

Genau diesen Wunsch nach Selbstbestimmung und Freiheit habe er überall festgestellt, erzählte er. Er habe viele interessante Menschen kennen gelernt, Politiker ebenso wie den durchschnittlichen Amerikaner. Eines sei ihm dabei immer positiv aufgefallen: die US-Amerikaner wollen sich nicht vom Staat ihren Alltag bestimmen lassen, sie stehen für ihre Freiheit, für ihr Land und ihre Rechte ein und sie verteidigen das auch. Das Bekenntnis, ein „Patriot“ zu sein, sei dort nichts anrüchig – im Gegenteil: „Es ist eine Ehrenbezeichnung dafür muss man sich nicht verstecken“, sagte Haider.

Wichtige Vernetzung

Haider war auf Einladung der CPAC, offiziell als EU-Parlamentarier, bei der Konferenz. Die Reise sei in Absprache mit dem Parlament unter Einhaltung aller Formalitäten, auch der zugehörigen Corona-Tests erfolgt. Es gehöre zu den Aufgaben eines EU-Parlamentsabgeordneten sich mit verschiedenen Persönlichkeiten und Institutionen in der ganzen Welt zu vernetzen. Die Konferenz sei die ideale Gelegenheit gewesen, sich mit Repräsentanten und Unterstützern der „Grand Old Party“ (Republikaner) auszutauschen, sagte der studierte Betriebswirt Haider, der die FPÖ seit Juli 2019 im EU-Parlament vertritt.