Seitdem der umstrittene Pfizer/Biontech-Impfstoff in der EU – und damit auch in Österreich – zugelassen ist, trommeln Kurz und seine Regierung dafür, dass sich das Volk möglichst schnell damit durchimpfen lasse. Sogar im öffentlich-rechtlichen ORF läuft ein Propaganda-Spot für die Impfung quasi auf Dauerschleife. Nun stellt sich heraus: Nicht einmal der Kanzler möchte sich dieses Präparat spritzen lassen. 

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Die Information stammt aus einem Interview, das der türkise Sonnenkanzler seinem Haus- und Hofmedium, der „Kronen Zeitung“, gab. Dabei brachte er auch das übliche Gerede an, dass er es falsch finde, wenn sich Politiker bei der Impfung „vordrängeln“. Diese wären nämlich erst später dran – eine Geisteshaltung, welche dazu führt, dass die Mächtigen zuerst die Alten und Gebrechlichen als Versuchskaninchen vorschicken, anstatt selber mit gutem Beispiel voran zu gehen und die behauptete Harmlosigkeit zu demonstrieren.

Kurz will sich mit AstraZeneca-Präparat impfen

Möglicherweise sind die Handelnden selbst nicht ganz von der Ungefährlichkeit überzeugt. Das mit dem barmherzigen Samariter, dass man zuerst die Empfindlichsten schützen müsse, kauft ihnen nämlich niemand wirklich ab. Mit den Altenheimen zuerst anzufangen hat mehrere Vorteile. Zum einen erhofft man sich große Impfbereitschaft, weil die Menschen dort oft seit Monaten ihre Familien kaum mehr sehen. Wenn man Sorge trägt, zu sterben, bevor man das Urenkerl kennenlernt, macht die Angst eben Beine.

Und zum anderen kann man schwere Nebenwirkungen immer mit Vorerkrankungen abtun, selbst wenn die Geimpften nur eine Stunde nach der Impfgabe versterben. Ob die beunruhigenden Nachrichten ein weiterer Grund für Kurz‘ angebliche Geduld sind, wissen die Götter: ich kann nicht in seinen Kopf sehen. Dass er allerdings jetzt schon sagt, dass er sich nicht mit dem Pfizer-Stoff, sondern mit jenem von AstraZeneca impfen lassen will, lässt aufhorchen.

Warnungen bei Vektor-Impfstoff sind leiser

Denn es sind nur die Präparate von Pfizer/Biontech und Moderna, die neuartige mRNA-Impfstoffe sind. Und hier kann man nicht oft genug sagen: Solche Mittel sind komplett unerprobt, trotz über 20 Jahren Forschung kam zuvor noch nie eine mRNA-Impfung auf den Markt. Die Langzeitfolgen sind unklar. Ganz anders ist das beim Impf-Serum von AstraZeneca: dieses ist ein herkömmlicher Vektor-Impfstoff.

Das heißt konkret: Ähnlich wie beim nebenwirkungsarmen russischen Sputnik-Impfstoff, auf den etwa Ungarn setzen möchte, wird dabei nicht die RNA des Virus gespritzt, sondern abgeschwächte Versionen eines Adenovirus, das bei Schimpansen eine Erkältung auslöst. Damit kommt es herkömmlichen Impfsorten viel näher. Andererseits bewegte sich die Wirksamkeit in Feldstudien je nach Impfmuster nur zwischen 62 und 90 Prozent. Dass er nicht wirkt, ist bei diesem also wahrscheinlicher als ein Impfschaden.

Kommt Kurz zur Besinnung…

Dass Kurz trotzdem darauf schwören will, wirft Fragen auf. Offiziell will er damit dem Mythos entgegenwirken, dass diese Alternative weniger prestigeträchtig sei als der früher zugelassene Pfizer/Biontech-Stoff. Aber weshalb legt er sich zu einem Zeitpunkt darauf fest, als er nach seinem eigenen Impfschema noch gar nicht infrage kommt? Fürchtet sich der Kanzler etwa insgeheim davor, dass Kritiker seiner Impfpropaganda  doch recht haben? 

Will er sich einen potenziellen Teufelsstoff selber nicht als erster in die Adern jagen lassen? Traut der vorerst Kinderlose den Beschwichtigungen nicht, dass die Impfung keinen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit habe? Oder fürchtet er entstellende Gesichtslähmungen, mit denen er nicht mehr so einfach den Schwiegersohn des Landes spielen kann? Wir werden es vermutlich nie erfahren, aber eines ist gewiss: Es wäre nicht das erste Mal, dass Kurz erst mit Verspätung zur Besinnung kommt.

…oder kommt die Besinnung zu kurz?

Immerhin kam er als ehemaliger Integrationsminister ins Kanzleramt, auf der Basis dessen, dass er angeblich mehr gegen illegale Migration und Integrationsunwillige tun wolle. Wenn sich herausstelle sollte, dass die umstrittenen mRNA-Impfstoffe doch mehr Gefahren als erwartet bergen, lässt er sich jedenfalls die Hintertür, zu behaupten, er habe es eh schon immer gewusst.

Bis diese Einsicht kommt, könnte er sein strenges Regiment allerdings längst weiter ausgebaut haben. Er könnte hunderttausende Österreicher mit Sorgen vor dem von ihm selbst an die Wand gemalten Schreckgespenst des „Dauerlockdowns“ in die Impfstationen getrieben haben. Bis dahin könnte auch der Eintritt in Lokale und Kinos nur mehr mit der Impfung möglich sein, das Versammlungsrecht völlig abgeschafft, der Bewegungsradius der Bürger auf israelische Verhältnisse (1km) eingeschränkt.

Der Widerstand gegen Kurz muss lauter werden

Damit es nicht soweit kommt, müssen sich jene Millionen, welche die Regierung mit ihrem Maßnahmen-Chaos nicht mehr erreichen kann, auf die Hinterfüße stellen. Möglichst zahlreich sollen sie ihrem Unmut Luft machen. Etwa, indem sie noch diese Woche das Volksbegehren für Impf-Freiheit unterschreiben, das ein Diskriminierungsverbot für Nicht-Geimpfte fordert. Oder, indem sie am 31. Jänner nach Wien zur Demo kommen und ihren Protest friedlich, aber bestimmt, auf die Straße tragen.

Zum momentanen Stand der Krise kann die Losung nur Lauten: Kurz muss weg – und zwar bevor er weitreichenden Schaden anrichten kann, indem seine Regierung das Land und die Wirtschaft für Jahre und Jahrzehnte an die Wand fährt. Denn selbst, wenn er vielleicht mangels Rücktrittskultur in Österreich nicht abdankt, könnte ein Kanzler, der stets nach Stimmungslagen regiert, gezwungen sein, dem Druck nachzugeben und seine teils verfassungsfeindlichen Gesetze und Verordnungen endgültig aufheben.