Der Täter sei verwirrt gewesen, der am Sonntag Nachmittag einem jüdischen Studenten mit einem Klappspaten den Schädel spalten wollte. Die Hintergründe wären unklar. Geübte Medienkonsumenten der Gegenwart wissen bei diesen Formulierungen schnell:  Es gilt die „Einmann-Vermutung“. Tatsächlich stellte sich rasch heraus, dass der Täter aus Kasachstan stammt. 

Von Willi Huber

Gegen 15.56 näherte sich ein Mann in militärischer Tarnkleidung der jüdischen Synagoge an der Hohe Weide im Stadtteil Eimsbüttel in Hamburg. Er schwang einen mitgebrachten Klappspaten gegen den Kopf eines 26-jährigen Juden, der gerade das Gelände betreten wollte. Das Opfer trug die Kippa, eine jüdische religiöse Kopfbedeckung. Der junge Gläubige wurde von dem Angriff völlig überrascht und offenbar schwer verletzt. Ein militärischer Klappspaten gilt als gefährliche Mordwaffe, die problemlos Knochen durchtrennen und ganze Körperteile abhacken kann.

Sicherheitskräfte überwältigen den Täter

Sicherheitskräfte der Synagoge sind schnell zur Stelle und überwältigen den Angreifer. Dies steht im Widerspruch zu in sozialen Medien verbreiteten Geschichten, dass die deutschen Behörden aus früheren Synagogenattentaten gelernt und deshalb rasch eingegriffen hätten. Die Abwehr war, wenn man den Berichten aus Deutschland Glauben schenken darf, auch in diesem Fall Privatsache. Etwas später wurde der Täter der anrückenden Polizei übergeben. Sein Opfer wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht.  Je nach Quelle hatte der junge Mann einen oder mehrere schwere Treffer abbekommen.

Desinformations-Maschinerie lief los

Ab diesem Moment lief die Desinformations-Maschinerie der deutschen Staatsmedien los. Eine der ersten Informationen war, dass es sich wohl um einen Rechtsextremen handeln müsse. Praktischer Weise habe der Mann einen Zettel mit einem Hakenkreuz bei sich getragen. Eine Schilderung, die so logisch klingt wie die Reisepässe vermeintlicher Attentäter an diversen Tatorten. Das macht man in Attentäterkreisen wohl so?

Angreifer stammt aus Kasachstan

Viel leiser wurde die Berichterstattung dann, als irgendwie der ethnische Hintergrund des Täters an die Öffentlichkeit durchsickerte. Der 29-Jährige stammt aus Kasachstan. In dem südlich von Russland gelegenen Land sind 70 Prozent der Einwohner Moslems. Das muss freilich nichts bedeuten, der Täter kann natürlich auch einer der über 4.000 anderen religiösen Vereinigungen Kasachstans angehören. Der Vollständigkeit halber darf man diese Hintergründe aber durchaus wissen. So wie man im Auge behalten muss, dass die meisten Übergriffe und Gewalttaten gegen Juden im Europa der Gegenwart von einer ganz bestimmten Gruppe ausgehen sollen. Die deutsche Welt schrieb Anfang des Jahres, dass der Antisemitismus bei Muslimen kaum erforscht wäre. Vielleicht wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, um damit anzufangen.

Erinnerungen an Attentat von Halle

Über den Attentäter ist bislang noch nicht viel bekannt. Kurz nach der Tat wurde verlautbart, dass er einen verwirrten Eindruck machte. Der Kasache soll in Berlin wohnhaft sein. Der Tag des Anschlages war ausgerechnet der Jahrestag der Wahnsinnstat von Halle. Dort hatte der 27-jährige geistig zurückgebliebene Einzeltäter Stephan B. mit selbstgebastelten Waffen und Sprengstoffen versucht, in eine Synagoge einzudringen. Als ihm das misslang, ermordete er hauptsächlich aus Frust zwei Deutsche. Ein Psychogramm ergab, dass es sich um einen „paranoiden und labilen Eigenbrötler“ handelt. Dies hinderte freilich die etablierten Medien nicht daran, ihre linke Agenda durch das Bedrohungsbild „rechter Terroristen“ voranzutreiben. Ob ihnen dies beim Kasachen von Hamburg ebenso gelingt, wird sich in den nächsten Tagen herausstellen.