Nachdem die Bundesregierung ab Montag einen neuen Lockdown beschlossen hat, betätigt sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weiter als Scharfmacher und will in Bayern zusätzliche Verschärfungen bei Kontaktbeschränkungen.

Das bayerische Kabinett wird die von der Bundesregierung beschlossenen und ab Montag geltenden Corona-Maßnahmen vollumfänglich umsetzen, erklärte Bayern Ministerpräsident Markus Söder bei einer Pressekonferenz. Zudem überlegt Söder in Bayern den Katastrophenfall auszurufen, da sich in den vergangenen neun Tagen die Belegung der Intensivbetten verdoppelt hat. Dies könnte in einigen Regionen bereits in den kommenden Tagen zu Kapazitätsengpässe führen. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren.

Noch strengere Kontaktverbote in Bayern

In einem Punkt will Bayern zudem die Regierungspläne übererfüllen. In dem Bundesland sollen noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten, als am Mittwoch von Bund und Ländern vereinbart wurden. So sind in Bayern alle Veranstaltungen bis Ende November untersagt und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen. Ausgenommen sind lediglich Gottesdienste und Demonstrationen.
Ebenfalls untersagt sind in Bayern zudem ausdrücklich auch größere Treffen in Privaträumen. Um diese jedoch unterbinden zu können, setzt Söder auf altbewährte Stasi-Methoden und Nachbarschaftsspionage. Ähnlich wie bei Ruhestörungen soll die Polizei gerufen werden, die dann dagegen vorgehen kann. „Dann können die Nachbarn entsprechende Hinweise geben, und dann kommt die Polizei“, wird Söder im „Spiegel“ zitiert. Wie es etwas später aus der bayerischen Staatskanzlei hieß, solle diese Aussage aber nicht als Aufruf zur Denunziation missverstanden werden.