Schon lange mehrten sich die Gerüchte, dass das geplante Lockdown-Ende in Deutschland am 31. Jänner nicht halten würde. Teilweise wurden sogar Politiker-Stimmen laut, die überhaupt eine Entfristung der Maßnahmen forderten (Wochenblick berichtete). Immer weiter überboten sich Vertreter der Altparteien mit scharfen Aussagen und noch strengeren Maßnahmen-Ideen. Nun ließ Merkel den Satz fallen, dass sie noch „acht bis zehn Wochen harte Maßnahmen“ empfehle. 

Damit wäre das Ende der Maßnahmen frühestens in März. Im Ernstfall könnte dies sogar bedeuten, dass viele Branchen vor Ostern gar nicht mehr aufsperren – der Ostersonntag ist diesmal am 4. April. Zur Erinnerung: Einige Teile des öffentlichen Lebens, wie etwa die Gastronomie, sind bereits seit Anfang November geschlossen. Begründet wird dieser wahrscheinliche Schritt mit dem Auftauchen einer britischen Virus-Mutation, die angeblich ansteckender sei als die bisher bekannten Varianten.

Merkel: Schwarzmalerei statt „Wir schaffen das“

In einer internen Arbeitsgruppe sagte sie: „Wenn wir es nicht schaffen, dieses britische Virus abzuhalten, dann haben wir bis Ostern eine zehnfache Inzidenz“. Damit ist bereits klar, in welche Richtung alles geht. Denn erst vergangene Woche einigte man sich darauf, den Ländern zu erlauben, bei einer Inzidenz von über 200 Testpositiven pro 100.000 Einwohnern in einem Wahlkreis den Bewegungsradius seiner Bürger auf 15 Kilometer vom Heimatort einzuschränken. Nicht einmal Einkäufe gelten dabei als Ausnahme. Diese Einschränkung könnte bald allen Deutschen drohen.

Auch in Deutschland kämpfen unzählige Betriebe ums Überleben. Dies macht sich auch am Arbeitsmarkt bemerkbar. Im Jahresdurchschnitt waren knapp 2,7 Millionen Deutsche ohne Arbeit – über 400.000 mehr als noch im Jahr davor. Dabei ist unklar, was nach einer drohenden Pleitewelle infolge des Lockdowns noch droht. Auch daher warnen Industrievertreter vor einer Fortsetzung des Herunterfahrens der Wirtschaft. Laut Siegfried Russwurm, Chef des Industrie-Bundesverbands (BDI), gibt es keine Evidenz für erhöhtes Infektionsgeschehen in Produktionsbetrieben. 

Ramelow will den totalen Lockdown

Den Lockdown in seiner bisherigen Form verlängern – das reicht manchen Landespolitikern aber nicht einmal mehr aus. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist neuerdings an vorderster Front der Maßnahmen-Scharfmacher. Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ forderte er: „Wir müssen endlich in einen richtigen Lockdown gehen.“

Damit meint der Politiker der SED-Nachfolge-Partei konkret: Die gesamte Wirtschaft – bis auf absolut systemrelevante Betriebe – soll zeitweise zusperren. Dass auch das nur eine Zwischenstufe zum totalen Zusperren sein kann, zeigt sich im internationalen Vergleich. Im Libanon müssen jetzt nämlich sogar Supermärkte zusperren!