Die neue Zwangsgebühren-Erhöhung für den ORF ist jetzt fix! Die Medienbehörde KommAustria hat den umstrittenen Beschluss des ORF-Stiftungsrates vom Dezember nicht aufgehoben. Die betroffenen Österreicher müssen somit 6,5 Prozent mehr Gebühren zahlen. Ab 1. April werden somit 20,93 Euro GIS-Gebühren pro Monat und Haushalt einkassiert.

Erfüllung nicht geprüft

Brisant dabei: Die Verwendung der Mehreinnahmen wurde offenbar nicht vorab geprüft. „Die Verantwortung für die einzelnen Maßnahmen und die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags liegt beim Generaldirektor des ORF“, heißt es seitens KommAustria.

Die Behörde hatte drei Monate Zeit, den Stiftungsratsbeschluss zu prüfen und gegebenenfalls aufzuheben. Ob die satten Mehreinnahmen für die Deckung der ORF-Kosten ausreichen werden, ist indes noch ungewiss .“Auch wenn die Wirtschaftsprüfer den Berechnungen des ORF Richtigkeit und Schlüssigkeit bescheinigen und die Annahmen für die künftigen Entwicklungen als begründet und nachvollziehbar bezeichnen, so schwingt in dem Gutachten auch vorsichtige Skepsis mit“, betont KommAustria.

410.000 Euro soll Wrabetz pro Jahr kassieren

Auch die hohen Gehälter der ORF-Funktionäre schlagen nicht gerade gering zu Buche. Die letzten öffentlichen Zahlen stehen im „Einkommensbericht des Rechnungshofes“ aus dem Jahr 2012. Demnach kassieren die vier Zentraldirektoren grob 280.000 jährlich, die neun Landesdirektoren bis zu 200.000 Euro und ORF-Generaldirektor Wrabetz selbst soll um die 410.000 Euro kassieren.

Ohne Bonus versteht sich. Dieser betrug 2011 etwa 43.000 Euro allein für ORF-Generaldirektor Wrabetz. Zum Vergleich: Ein Angestellter mit 1.700 Euro netto kostet seiner Firma etwa 43.000 Euro im Jahr, eben jene Summe, die der ORF-Boss in einem Jahr lediglich als Bonus kassierte. Pikant: In Österreich gibt es keine gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung der ORF-Gehälter, also weiß niemand, wieviel die ORF-Bosse heuer verdienen.

Erneute Gehaltserhöhung für ORF-Bosse?

Medien-Experten rechnen jedoch mit einer Gehaltserhöhung für Wrabetz und die obersten ORF-Funktionäre im Zuge der Anhebung der Zwangsgebühren. Bereits 2011, als es ebenfalls eine Gebührenerhöhung gab, erhöhte sich die Chef-Abteilung die Gehälter um ganze zehn Prozent!

Die oft als einseitig kritisierte Berichterstattung des ORF hat in der Vergangenheit regelmäßig für Aufsehen gesorgt. Kritiker werfen dem sogenannten „Regierungssender“ vor allem bei der Berichterstattung über US-Präsident Trump sowie die Asyl- und Regierungspolitik offene Meinungs-Manipulation vor.

+++
Der Artikel hat für Sie wichtige Neuigkeiten enthalten? Sie wollen keine brisanten Informationen mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen NEWSLETTER!