Während alle anderen Länder in die Rezession rutschen, blüht Chinas Wirtschaft auf und verzeichnet sogar eine starke Zunahme der Exporte.

Um ganze 21,1 Prozent haben die Exporte der zeitgrößten Volkswirtschaft im November im Vergleich zum Vormonat (11,4 Prozent) zugenommen – das ist der stärkste Anstieg seit Feburar 2018. Damit erholt sich die chinesische Wirtschaft schneller als erwartet und dürfte heuer die einzige große Volkswirtschaft sein, die Zuwächse zu verzeichnen hat. Vor allem der Außenhandel, der insgesamt 13,6 Prozent zulegen konnte, trägt stark zur Erholung bei. Allerdings blieben die Importe mit einem Plus von 4,7 Prozent zum Vormonat deutlich hinter den Exportzahlen zurück. Daher hatte China auch einen Außenhandelsüberschuss in Höhe von 75,42 Milliarden Dollar – der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1981.

Corona-Krise gut verkraftet

Einer der Hauptgründe für Chinas kräftiges Wachstum ist die Tatsache, dass das bevölkerungsreiche Land seit dem Frühjahr die Zahl der Corona-Infektionen in den Griff bekommen hat und daher seine wirtschaftlichen Aktivitäten wieder normalisieren konnte. Zudem profitiert die chinesische Wirtschaft auch von den Corona-bedingten Produktionsunterbrechungen in anderen Ländern. Daher sind derzeit auch Schutzmasken aus China stark nachgefragt, ebenso Elektronikprodukte, wie Router oder Computer, aber auch Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Mikrowellengeräte oder Toaster und Mikrowellenherde. Aber auch die Stahlexporte aus China zogen an.

Exporteure in Sorge

Allerdings bereitet der Exportboom einigen Exporteuren Sorgen. Durch den Überschuss hat der chinesische Yuan in den letzten Monaten stark an Wert gewonnen. Derzeit wird er auf dem höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren gehandelt. Dadurch wird befürchtet, dass Exportaufträge zurückgehen und Gewinne geringer ausfallen könnten – zumindest wenn die Produktionsstopps in den anderen Ländern enden. Insgesamt erwartet man im Reich der Mitte für dieses Jahr jedoch ein Wirtschaftswachstum von insgesamt 2 bis 2,2 Prozent. Bereits im dritten Quartal lagen die Zuwachsraten wieder bei 4,9 Prozent und im vierten Quartal könnten sie sich bei optimistischen Schätzungen sogar auf 5,5 Prozent steigern.