känguruh mühlviertel
Das Känguru kann sich jetzt entspannt zurücklehnen: Es darf bleiben!

„No Kangaroos in Austria“ – Dieser Spruch, der mit der häufigen Verwechslung von „Austria“ und „Australia“ hierzulande Berühmtheit erlangte, ziert so manches T-Shirt und nicht wenige Stoßstangen. Doch er stimmt nicht mehr so ganz.

Hinter dem Elternhaus von Ferdinand Kaineder, Sprecher der Ordensgemeinschaften Österreichs, in Kirchschlag bei Linz hat sich ein Beuteltier im Wald ein neues Zuhause gesucht. Und es darf bleiben.

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Niemand ist zuständig

Das australische Tier hüpft seit etwa zwei Wochen unbehelligt im Mühlviertel durch die Gegend und hat sich im Wald in Kirchschlag ein dauerhaftes Daheim gesucht. Wem es gehört, bleibt bislang ein ungelöstes Rätsel.

„Es darf gerne bleiben“, sagt Ferdinand Kaineder gegenüber der „Krone“. Und weil in Oberösterreich niemand (auch die Jäger nicht) für Kängurus in freier Wildbahn zuständig ist, wird es „eingebürgert“.

Chancen auf Nachwuchs

„Bennett-Kängurus“, wie jenes das derzeit durch das Mühlviertel hoppelt, sind hart im Nehmen und halten auch die Temperaturen unserer Winter aus. Bereits Anfang August wurde ein Känguru in Mattighofen gesichtet, vor zwei Jahren eines in Bad Ischl, und ins Innviertel war eines aus Bayern zugewandert.

Hüpfen sich zufällig einmal ein Männchen und ein Weibchen über den Weg, stehen – laut Experten – die Chancen auf Nachwuchs gar nicht so schlecht.

Keine Jagd-Trophäe

Laut dem Wildbiologen Christopher Böck vom Landesjagdverband, braucht das Känguru keine Angst zu haben, eine Trophäe zu werden. „Es ist in Oberösterreich kein jagbares Wild, und damit ist das Känguru unter Naturschutz. Ein Abschuss würde eines behördlichen Auftrags bedürfen, und dafür braucht es eine Begründung: großer Schaden oder Gefährdung“, erklärt er in einem Interview mit der „Krone“.