Im Westen nichts Neues. Es sind Nachrichten, die den Normalbürger gähnen lassen: Die CDU hat einen neuen Parteivorsitz gewählt. Die CDUler stimmten merkeltreu für Laschet, der Merkel am ähnlichsten ist. Somit wird sich bei der CDU nichts ändern, die Missachtung der Gesetze wird unbeirrt weitergehen und man wird sich auch zukünftig dafür noch gegenseitig auf die Schultern klopfen.

Ein Kommentar von Alina Adair

An der Wahl war einzig der Punkt interessant, dass Friedrich Merz im Anschluss an die Wahl anbot, Peter Altmayer abzulösen und das Bundeswirtschaftsministerium zu übernehmen. Merkel lehnte den Vorschlag mit den Worten ab, dass sie keine Kabinettsumbildung plane. Merz‘ Traum von einer Regierungsbeteiligung ist damit geplatzt wie eine Seifenblase, wie schon so oft in den letzten zwei Jahrzehnten.

Nur wenige Minuten später zwitscherte Friedrich Merz, dass er „zugunsten von Frauen“ doch nicht kandidieren möchte.

Merz hatte im ersten Wahlgang auf dem digitalen CDU-Parteitag am Samstag 385 Stimmen erreicht. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet konnte 380 Stimmen für sich verbuchen. Der dritte Kandidat, Norbert Alois Röttgen, erhielt 224 Stimmen und schied damit aus dem Rennen aus.

Im Mittag hatte sich Armin Laschet folglich in einer Stichwahl mit 521 zu 466 Delegiertenstimmen gegen Merz durchgesetzt. Röttgen wurde dafür ins Präsidium gewählt. Für Merz blieb kein Amt übrig.

Spahn: Unbeliebter Vizechef

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wurde mit dem schlechtesten Ergebnis der insgesamt fünf Bewerber zum stellvertretenden Parteichef der CDU gewählt. Trotz seiner Unbeliebtheit ist Spahn somit jetzt einer von fünf CDU-Vize-Chefs.

Damit ist der Weg der CDU vorgezeichnet. Summa summarum wird sich nichts bei der CDU ändern. Es ist immer noch Merkel, die die Richtung vorgibt, auch wenn diese schon mal die Verfassung bricht oder gegen geltende Gesetze verstößt. Die Wahl heute zeigte, dass die Partei hinter ihr steht.

Deutsche Medienwelt ist entzückt

Deutsche Medien überschlugen sich nach der Wahl mit Schlagzeilen zu Armin Laschet. Die FAZ sprach von „Laschet der Versöhner und der Moderator, der vertrauenswürdige“. Die Deutsche Welle blieb sachlicher und schrieb „Angela Merkel Loyalist neuer CDU Vorsitzender“. Die BILD Zeitung zeigte Armin Laschet nach der Wahl in seinem Karnevalsoutfit mit Narrenkappe auf dem Kopf, eben so wie er auf das deutsche Volk wirkt, welches ihn immer öfter gerne Armin „Lusche“ Laschet nennt.

Armin Laschet folgt damit nicht nur auf Annegret Kramp-Karrenbauer an der Spitze der CDU. Er hat auch gute Chancen, Kanzlerkandidat der Union zu werden und ist möglicherweise der nächste Kanzler, der treu Merkels Spur folgen wird.