Wie bekannt ist, lässt sich Bundeskanzler Christian Kern von einem gewissen Tal Silberstein im Wahlkampf beraten. Der Israeli ist bekannt für seine Art von Negative Campaigning. Auch die Neujahrsrede von Kern in Wels an diesem Mittwoch („Wochenblick“ berichtete) dürfte Silberstein angeregt haben.

Beim Negative Campaigning wird das Negative des Gegners als die eigenen Vorzüge betont. Silberstein empfiehlt zudem seinen Klienten: „In Wahlkämpfen gibt es keine Demokratie“.

Schmutzkampagne gegen ÖVP-Kurz

Jetzt ist durchgesickert, dass er eine Schmutzkübelkampagne gegen Außenminister Sebastian Kurz anrät und man schon in dessen Vergangenheit herumwühlt. Es liegt auf der Hand, dass sein Dirty Campaigning auch in punkto FPÖ vor Nichts zurückschreckt. Der Auftakt ist schon erfolgt.

Kern folgt wohl bereits den Ratschlägen seines „Kampagnengurus“ – wenn er seine Neujahrsrede im blauen „Feindesland“,  in  Wels, abhält. Im Profil wurde die Stadt bereits vorsorglich heruntergemacht – das Terrain ist aufbereitet, ganz im Sinne der Silbersteinschen-Strategie.

Silberstein: in Rumänien ein Krimineller

Nicht ganz im Sinn des Kanzlerberaters dürfte eine andere Sache sein. Wie der Wochenblick bereits berichtete, ist Silberstein in Rumänien gemeinsam mit weiteren israelischen Geschäftsleuten wegen Korruption, Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Organisation angeklagt.  Die Gruppe soll es ermöglicht haben, illegal Wälder und die königliche Farm an Prinz Paul von Rumänien rückzuerstatten. Es geht dabei immerhin um einen Wert von 150 Mio US-Dollar und natürlich um entsprechende Honorare.  Die Jewish Business News berichtete dazu ausführlich.

Pikant ist auch, dass Herr Silberstein die Casinos Austria auf 800.000 € Schadenersatz klagte, weil ein Lotteriegeschäft nicht zustande kam. Weder über die Korruptionsaffäre noch über den Ausgang der Klage fand man bisher etwas in den Medien.

SPÖ in feiner Gesellschaft

Kanzler Kern befindet sich jedenfalls in feiner Gesellschaft. Und nicht nur er. Auch dem vormaligen SP-Kanzler Alfred Gusenbauer war Silberstein zu Diensten, die Beiden pflegten auch geschäftliche Beziehungen. Der Wiener SP-Bürgermeister Michael Häupl wurde ebenfalls von Silberstein „erfolgreich“ beraten.

Und man höre und staune: selbst die Neos durften seine Dienste in Anspruch nehmen. Nach Angaben der Neos-Partei-Geschäftsführung sogar ganz ohne Honorar. Es gibt eben noch gute Menschen.

Kornelia Kirchweger

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