Kleine Ursache, große Wirkung: Die Verwendung des Wortes „konzentrieren“ durch Innenminister Kickl hat wie auf Knopfdruck einen Sturm der Entrüstung in den Mainstream-Medien und bei der politischen Linken ausgelöst, der auch sein Echo im europäischen Ausland fand. Zu Recht?

Ein Gastkommentar von Konrad Reisinger

Zur Erinnerung sei nochmals Kickls vollständige Aussage von seiner Pressekonferenz am Donnerstag, die ja immerhin einwandfrei durch die Mikrophone dokumentiert ist, zitiert: „Es ist nur ein Begriff, diese Grundversorgungszentren, für eine entsprechende Infrastruktur, wo es uns gelingt, diejenigen, die in ein Asylverfahren eintreten, auch entsprechend konzentriert an einem Ort zu halten, weil es unser gemeinsames Interesse sein muss, sehr, sehr schnell zu einem entsprechenden Ergebnis auch zu kommen.“ Ja, und?

Unterstellungen gegen Kickl: Krankhaft oder lachhaft?

Wer Herbert Kickl nicht von Haus aus konkrete Völkermordabsichten und Massenmordpläne unterstellt, wird bei dieser Formulierung nicht zwangsläufig auf „Konzentrationslager“ kommen. Für diejenigen Journalisten, für die die Formulierung missverständlich war, stellte Kickl sie an Ort und Stelle richtig.

Welche Wortwahl wäre denn den ach so sprachsensiblen Journalisten und linken Berufs- und Gewohnheitsbetroffenen zulässig erschienen? Vielleicht „massieren“ statt „konzentrieren“? Das entspringt aber dem militärischen Sprachgebrauch und ist für diese Klientel sicher genauso „bedenklich“.

Politisch-korrekte Gedankenpolizei ist immer noch mächtig

Doch es geht hier gar nicht um sprachwissenschaftliche Untersuchungen, sondern um Ablenkung vom eigentlichen Thema: Mit einem „Haltet-den-Dieb“-Geschrei, bauen die Scharfrichter der Politischen Korrektheit mit viel moralischer Anmaßung politischen Druck auf. Dieser politische Druck ließ auch Herbert Kickl nicht unbeeindruckt, sodass er sich nochmals zu einer Klarstellung veranlasst sah.

Die Anwendung der „Nazi-Keule“ war somit – wie üblich – erfolgreich und der FPÖ-Innenminister hat damit erstmals Schwächen gezeigt. Der Musiker Peter Cornelius hatte unlängst in einem Interview gesagt, man sollte auf derartige Vorbehalte einfach nicht mehr reagieren. Wäre Kickl damit besser gefahren?

Regierung muss dem Asyl-Chaos endlich Herr werden!

Übrig bleibt der ungelöste Asyl-Problemkomplex, bei dem Kickls konkrete Lösungsansätze mit den Grundversorgungszentren, die effizientere Verfahren, schnellere Abschiebung und mehr Sicherheit bringen sollen, fürs erste einmal in den Hintergrund getreten sind. Auf Dauer wird man diese für die meisten Österreicher bedrohlichen Zustände nicht mit Wortklaubereien überdecken können.