Bei Lehrern regt sich kurz vor der Kultusministerkonferenz Unmut über die verordneten Corona-Maßnahmen. Diese seien „erbärmlich“ und nicht praktikabel.

Wie auch in Österreich sind auch in Deutschland die Handlungsanweisungen der Politik für Schulen in Corona-Zeiten neben Masken, Händewaschen und Abstandhalten das regelmäßige „Durchlüften“ der Klassenräume. Nun, kurz vor dem Start der Kultusministerkonferenz (KMK) kommt scharfe Kritik an den Maßnahmen von deutschen Lehrerverband. Dessen Präsident Heinz-Peter Meidinger machte sich gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ Luft: „Es ist erbärmlich, dass der KMK und den meisten Schulministerien zum Thema Aerosolbelastung in vollen Klassenzimmern nichts anderes einfällt, als regelmäßiges Stoßlüften zu empfehlen.“

Konzeptlosigkeit der Ministerien

Meidingers Kritik bezieht sich dabei auf rein praktische Gegebenheiten. So lassen sich in vielen Klassenräumen die Fenster entweder gar nicht oder nur spaltweise öffnen. Zudem bemängelt er, dass in den Ministerien offenbar übersehen wurde, dass auch Querlüften in vielen Klassenzimmern kaum funktionieren wird, da kein Durchzug möglich ist. Problematisch dürfte die Lüftungsidee zudem auch im Winter werden. Bei Minusgraden, Wind, Regen oder Schnee müssen dann die Schüler mit Jacken, Handschuhen und Mützen im Klassenraum sitzen und verkühlen sich im Zweifel erst recht. Zudem werden die Energie- und Heizkosten für die Schulbetreiber stark ansteigen. Deshalb warnt der Verbandspräsident: „Wenn die Mehrzahl der Bundesländer weiter untätig bleibt und sich die Situation als kontrollierbar schönredet, werden wir auf einen kalten Winter mit hohen Infektionszahlen zusteuern.“ Zudem sind sich die Ministerien der einzelnen Länder bis jetzt auch nicht einig, wie häufig gelüftet werden sollte. Die Empfehlungen schwanken zwischen zwanzig Minuten oder der Angabe nach jeder Stunde die Fenster zu öffnen.