Die neuen härteren Maßnahmen treffen vor allem die Kleinsten sehr hart. Eltern und Experten laufen Sturm gegen die geplanten Einschränkungen.

Nach dem ersten Lockdown versprach die deutsche Regierung mehr Rücksicht auf Kinder und Familien zu nehmen, doch von diesem Versprechen ist nichts übrig geblieben. Wie schon im Frühjahr werden Kindergärten und Schulen geschlossen, was Eltern vor Probleme bei der Kinderbetreuung stellt – dass der Distanzunterricht noch immer nicht wirklich funktioniert, ist angesichts der neuen Pläne schon zweitrangig. Denn aufgrund der weiterhin nicht sinkenden Zahlen der positiv Getesteten, will die Bundesregierung gemeinsam mit den Ministerpräsidenten weitere Kontaktbeschränkungen beschließen.

Ein-Personen-Regel als familienpolitisches Desaster

Mit neuen Regeln sollen die sozialen Kontakte reduziert werden. Allerdings trifft es vor allem Kinder besonders hart. Ab Montag sollen Treffen nur noch mit einer haushaltsfremden Person gestattet sein. Und zudem sieht die neue Ein-Personen-Regel keine Ausnahmen für die Kleinen mehr vor – bisher waren Kinder unter 14-Jahren ausgenommen. Dies bedeutet faktisch eine komplette Kontaktsperre für Millionen Kinder und Familien. Denn ein kleines Kind kann nun kein anderes Kind mehr zum spielen treffen, da eine Begleitung durch Eltern nicht mehr möglich wäre. Auch die Hilfe bei der Kinderbetreuung durch Verwandte, Freunde oder Nachbarn wird durch diese Regelung verunmöglicht.

Deutscher Kinderschutzbund hofft auf Ausnahmen

Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes Heinz Hilgers hofft, dass das Kontaktverbot nicht wie geplant umgesetzt wird, sondern die Ausnahme für Kinder beibehalten wird. Denn nicht nur für die Eltern ist die Verschärfung ein Desaster und erschwert das tägliche Leben, auch für die Kinder wäre es eine Katastrophe, da sie für ihre Entwicklung Gleichaltrige brauchen um zu spielen und sich zu messen.
Da die Umsetzung der Regeln Bundesländersache ist, kann es noch zu Ausnahmen kommen. Während also in einigen Ländern noch diskutiert wird, haben andere, wie Thüringen die neuen Verschärfungen bereits umgesetzt, ohne auf Ausnahmen einzugehen.