Im als liberal geltenden Bistum Aachen rufen katholische Verbände jetzt dazu auf, bei der kommenden Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen nicht die AfD zu wählen.

Dazu wurde eigens Plakate angefertigt, die „für eine bunte und tolerante Gesellschaft“ werben. Gläubige sollen nach Ansicht des Diözesanverbänderats zwar unbedingt zur Wahl gehen. Dabei mögen sie allerdings nicht die patriotische Partei wählen. Der Urnengang findet am 13. September statt.

AfD angeblich „im Widerspruch zu christlichen Werten“

Nach Meinung der Verbände sei man nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem AfD-Parteiprogramm und deren politischer Praxis zum Schluss gekommen, dass diese „einen Widerspruch zu den christlichen Werten“ darstelle. Insbesondere stößt man sich an angeblicher „rechter Hetze, Populismus und gruppenbezogenener Menschenfeindlichkeit“.

Explizit kritisiert die Organisation einen angeblichen „Kulturkampf um die Deutungshoheit von Begriffen wie Tradition und Heimat“. Die AfD wolle diese Werte auf „nationalistische und rassistische“ Weise umdeuten. Als katholische Gruppen möchte man sich entschieden dagegen aussprechen.

Katholische Kirche in Deutschland folgt dem Zeitgeist

Außerdem möchte sich der Diözesanrat auch nach innen positionieren und „allen den Rücken stärken, die sich Anfeindungen von rechts ausgesetzt sehen“. Unter der Institution der Diözesanräte versteht man Laienbünde ähnlich Pfarrgemeinderäten – bloß auf Ebene der Diözese. Diese wählen dann auch Mitglieder für das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, einer laut der Jungen Freiheit ebenfalls liberalen Organisation.

Bereits seit einiger Zeit fallen auch deutsche katholische Bistümer dadurch auf, weltliche Äußerungen und Taten immer stärker nach dem linksliberalen Zeitgeist auszurichten. So kritisierte etwa Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising, einst den Begriff es „christlichen Abendlandes“ und spendete 50.000 Euro aus Mitteln der Erzdiözese an eine umstrittene Pro-Asyl-NGO zum Zwecke vermeintlicher „Seenotrettung“.

Ende des abendländischen Bollwerks?

Gerade vor dem Hintergrund derartiger Aktionen dürften sich immer mehr konservative und patriotische Bürger fragen, inwiefern das organisierte Christentum noch jenes Bollwerk gegen den Abbau tradierter Sitten darstellt, das sie sich erhoffen. Gerade solche, die eine Rückbesinnung auf althergebrachte Werte wünschen, begeben sich immer häufiger auf die Suche nach alternativen Angeboten der Spiritualität.

In der am morgigen Donnerstag erscheinenden aktuellen Printausgabe 31/20 beschäftigt sich der Wochenblick schwerpunktmäßig mit der Frage nach Religion, sowie darüber, inwiefern das Christentum diese Suchenden noch abholen kann.