Linz liegt bekanntlich seit jeher an der Donau, die Stadt Traun neuerdings an der Straßenbahn. Nun kann die Trauner Bevölkerung mit der Tramway in die Linzer Innenstadt und wieder nach Hause bis zu ihrem schönen Schloss rollen. Dort ist vorläufig Endstation für diese Linie, aber nicht für den Bim-Ausbau in der oberösterreichischen Landeshauptstadt.

Denn eine neue Tramway-Strecke, die vom Bulgariplatz über die Gruberstraße bis nach Urfahr führt, ist in Planung, ebenso eine Verlängerung der Trauner Linie bis nach Ansfelden – die „Elektrische“ steht wieder hoch im Kurs.

Der Autoboom der 1960er vertrieb die „Bim“

Nicht nur in Linz, sondern auch in anderen Orten unseres Landes und unserer Republik, erlebt die gute alte Straßenbahn, die mit dem in den 1960er-Jahren einsetzenden Auto-Boom weitgehend verdrängt wurde, ein klingelndes Comeback. Auch in Vorchdorf haben die Menschen nun schon bald die Möglichkeit, mit der „Bim“ nicht mehr nur bis zum Gmundener Klosterplatz zu fahren, sondern auch zur Esplanade und zum ÖBB-Bahnhof, wenn das Anschlussstück über die Traun fertiggestellt ist.

Viele Strecken wurden aufgelassen

Schon seit 2009 kann man beispielsweise in Linz mit der Straßenbahn direkt vom Hauptplatz aus den Pöstlingberg „erklimmen“, was früher nur von der Talstation beim Urfahraner Mühlkreisbahnhof aus möglich war. Schön fänden es viele Linzer, wenn es auch die alte M-Linie noch gäbe, die Fahrgäste von der Weingartshofstraße via Waldeggstraße zur Weissenwolfsstraße beförderte und wieder retour. Doch diese Strecke – wie auch andere Strecken in Österreich – wurden leider der modernen Zeit geopfert.  Dabei gibt es gibt kein Verkehrsmittel, das volksverbundener wäre als die Straßenbahn.

Kleinere Städte hatten früher fast immer eine Straßenbahn

Denn sie strahle Ruhe aus und präge Stadtviertel, schwärmt der Tramway-Spezialist Oskar F. Behr, der aber auch resignierend festgestellt hat, dass die Entfernung der Straßenbahn in den Städten Narben hinterlassen hätten. Dass es einmal eine Zeit gab, in der jeder größere Ort unbedingt eine Straßenbahn haben wollte, scheint mittlerweile vergessen zu sein wie auch in Mödling, wo ab 1883 die erste Elektrische Österreichs bis ins 4,5 Kilometer entfernte Hinterbrühl fuhr. Nach 49 Jahren war dann alles vorbei.

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