Verhandlungen über den Ankauf und die Verwendung des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech sind in Südamerika gescheitert. Grund waren dreiste Forderungen des US-Konzerns.

Bisher war in Brasilien der chinesische Impfstoff CoronaVac sowie jener von Astra-Zeneca verwendet worden, die beide eine Notfallzulassung der Behörden erhalten hatten. Vor wenigen Tagen war schließlich auch das Vakzin von Pfizer/Biontech in dem südamerikanischen Land zugelassen worden. Zur Anwendung wird es nun aber vermutlich nicht kommen, denn obwohl der Konzern bereits im August des vergangenen Jahres 70 Millionen Dosen angeboten hatte, sind nun die Verhandlungen zwischen Brasilien und Pfizer gescheitert. Ebenso die Verhandlungen mit Argentinien.

Forderungen des Konzerns zurückgewiesen

Grund für das Scheitern dürften die Forderungen des Pharmakonzerns gewesen sein. So bestanden die Behörden darauf, dass der Impfstoff-Hersteller im Falle unvorhergesehener Nebenwirkungen haften sollte. Darauf wolle der Konzern jedoch keinesfalls eingehen. Wie zudem berichtet wird, wollte Pfizer im Gegenteil Sicherheiten der Staaten, falls es wegen Nebenwirkungen zu Klagen kommen sollte. Konkret sollten Regierungen dem Konzern ihre Nationalbankreserven oder Militärbasen und Botschaftsgebäude im Ausland als Sicherheiten überschreiben. Außerdem sollten die Staaten die Haftung für mögliche zivilrechtliche Schadensersatzklagen übernehmen, falls es zu Komplikationen oder gar Todesfällen wegen der Impfung kommt, wie argentinische Regierungsmitarbeiter berichteten.

Bedingungen mit anderen Ländern unbekannt

Insgesamt hat Pfizer bereits mit mehr als 100 Ländern weltweit verhandelt. Verträge wurden dabei etwa mit Chile, Kolumbien, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, Mexiko, Panama, Peru und Uruguay abgeschlossen. Argentinien und Brasilien sind somit die fast einzigen Länder im süd- und mittelamerikanischen Raum, die dem Konzern eine Absage erteilten und nun andere Impfstoffe, wie etwa den russischen „Sputnik V“ beziehen. Wie allerdings die Verträge von Pfizer mit anderen Staaten gestaltet sind, ist zumeist unbekannt.