metoofoot frankreich sex attacken

Offensichtlich nutzten viele Männer den Siegestaumel der weiblichen Fußballfans in Frankreich („Wochenblick“ berichtete) schamlos aus. Wie erst jetzt bekannt wurde, soll es zahlreiche sexuelle Übergriffe – unter anderem in Paris, Rouen und Lyon – gegeben haben. Viele Opfer berichteten auf Twitter, die Übergriffe fanden offenbar in den Fan-Meilen, Bars und öffentlichen Transportmitteln statt. Deutschsprachige Medien schwiegen tagelang.

Eine Reportage von Kornelia Kirchweger

Täter überwiegend Migranten?

Was Betroffene seit Sonntagabend auf Twitter unter #MeTooFoot veröffentlichen, kommt jetzt erst langsam an die Öffentlichkeit. Auf Online-Plattformen spricht man bereits von „Köln 2.0“, in Anlehnung an die historische Silvesternacht 2015 – auch damals schwiegen die Medien zuerst und die politischen Reaktionen waren zum Teil ungeheuerlich. 

„Bei den Tätern soll es sich überwiegend um Migranten handeln“, berichtet die alternative Nachrichtenseite „Freie Presse“ zu den Vorfällen in Frankreich .„Schaut Euch den schrecklichen Abend an, den die männliche Delikatesse viel zu vielen Frauen bereitete…“, heißt es auf einer französischen Twitter-Seite.

Betroffene packen aus

Darunter finden sich zahlreiche Erfahrungsberichte geschockter Frauen und Mädchen:

„Ich bedanke mich bei dem Kerl… der die Situation ausnutzte und in meinem Schritt und an meinem Hintern herumfummelte, während ich halb bewusstlos war, auf den Champs-Elysees. Ich fühle mich schlecht, sehr schlecht“, berichtet eine Frau. Eine andere: „in der U-Bahn Linie 6, ich hatte große Angst, ich wurde überall berührt…“. „4 Stunden Angstzustand, weil Kerle mich gegen meinen Willen berührten und mich küssen wollten…“, packte eine weitere Betroffene auf Twitter aus.

Angreifer: „Wir sind die Champions“

Weitere Fälle sind auf Europe 1 beschrieben: „Da war ein Betrunkener, der mich fast von hinten nahm während er mich mit Gewalt küssen wollte. Ich schob ihn weg, da fasste er mich am Hals und sagte „Es ist Sieg, worauf wartest Du noch?“. „Einer überrumpelte mich, steckte mir die Zunge in den Mund…er war zwei Köpfe größer als ich…dann sang er: ‚Wir sind die Champions'“, twittert eine Frau.

Ahnungsloses Innenministerium

Laut Innenministerium wurden in der Fußballnacht in ganz Frankreich 292 Personen von der Polizei wegen „Gewalt“ inhaftiert oder in Gewahrsam genommen. „Franceinfo“ fragte bei Polizei und Staatsanwaltschaft nach, ob man von sexuellen Übergriffen wisse. Das wurde verneint.

Frau starb durch Schusswunde

Gleichbehandlungsministerin Marlène Schiappa bezog verhalten Stellung, sprach sich gegen sexuelle Übergriffe aus.

Laut „Le Point“ starb unter anderem eine schwer verletzte Frau auf der Straße an einer Schusswunde und Stichwunden am Kopf – Untersuchungen laufen. Ein Mann erlitt eine Schussverletzung an der Hand, die Täter flüchteten. Geschäfte wie „Kenzo“, „Adidas“ und andere Marken-Outlets wurden in Brand gesetzt. Viele Projektile wurden gefunden. Fast 150 Autos brannten in den Vororten von Paris.

Deutsche Mainstream-Medien schwiegen zuerst

In deutschsprachigen Medien fanden sich zuerst kaum Berichte zu den schockierenden Tweets. Die alternative Wochenzeitung „Junge Freiheit“ berichtete als einer der ersten deutschsprachigen Zeitungen, erst auf öffentlichen Druck in den sozialen Medien folgten Mainstream Medien – unter anderem hier und hier.