Psychologin Pracher-Hilander: Halten wir uns vor Augen, dass wir Helden sind!

Sozialpsychologin im "AUFRecht"-Interview bei Elsa Mittmannsgruber

Psychologin Pracher-Hilander: Halten wir uns vor Augen, dass wir Helden sind!

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Im Vorfeld des großen WARN-STREIKS gegen die IMPF-DIKTATUR war die renommierte Sozialpsychologin Katy Pracher-Hilander bereits zum dritten Mal zu Gast bei “AUFRecht”, dem AUF1-Format von Wochenblick-Chefredakteurin Elsa Mittmannsgruber. Dabei nahm sie auch dazu Stellung, wieso derartige Aktionen ein wichtiger Baustein sein können, um wieder mehr Kontrolle über das eigene Leben zu gewinnen. Außerdem erklärte sie, wie man die Spaltung der Gesellschaft überwinden und jene, die sich bislang nicht trauten, Farben zu bekennen, abholen kann. 

  • Streik und MEGA-Demo zeigen, wie viel Macht das Volk hat
  • Leuten klarmachen: Verteidigung der Demokratie als gemeinsamer Nenner
  • Politik operierte mit Helden-Narrativ: Doch wir können gegensteuern
  • Mit positiver Energie kann man auch jene abholen, die bislang schwiegen
  • Regierung vernaderte Kritiker: Menschen im persönlichen Raum wiedergewinnen
  • Nur so kann Entmenschlichung und Spaltung überwunden werden
  • Beim einenden Protest: Den knappen Zeitrahmen immer im Augen behalten
  • Es wurde negative Psychologie verwendet – man kann diese Dynamik umkehren

Streik als sinnvolles Mittel gegen die Geiselhaft

Ein solcher Streik sei zwar vielleicht nicht der “Game-Changer” im Widerstand gegen den politisch absichtlich herbeigeführten Kontrollverlust der letzten zwei Jahre. Aber es ist ein wichtiges psychologisches Tool. Denn es vermitteln den Bürgern: “Ich habe noch als Mensch die Möglichkeit, etwas zu machen. Ich habe die Möglichkeit, irgendwie aktiv zu werden”. Denn, was am Ende zähle sei, dass man sich psychologisch aus dieser Geiselhaft befreie. Es sei somit ein gutes Mittel, in die Aktivität zu gehen.

Ähnlich positiv sah Pracher-Hilander die MEGA-Demo in Wien vor zehn Tagen, an der sie als freiheitsliebende Bürgerin ebenfalls teilnahm. Sie verfüge über polizeiinterne Infos, wonach es sogar 300.000-350.000 Menschen waren, die ihren Protest gegen die Corona-Diktatur auf die Straße trugen. Die großartige Stimmung wirkte als “Motivationsturbo”. Von daher hätten viele den Antrieb gespürt, sich lebendig zu fühlen. Die positive Energie habe die ganze Stadt eingenommen – ein wichtiger psychologischer Faktor.

Massenprotest zeigt, “welche Macht vom Volk ausgeht”

Damit diese Motivation am Leben bleibt, müssten solche Proteste in engen Abständen zueinander stattfinden: “Es wäre gut, diesen Antrieb und Auftrieb zu nutzen und auf dieser Welle zu bleiben.” Sie glaubt auch, dass dieser positive Kurs auch bei den politisch Verantwortlichen Eindruck hinterließ. Denn: “Der träge Österreicher ist normalerweise kaum zu motivieren, irgendwas zu machen, solange noch Schnitzel und Bier auf dem Tisch sind. Und obwohl sie das noch irgendwie auf dem Tisch haben, sind sie auf die Straße gekommen. Das hat sicher einen großen Aha-Effekt auch hinter den Mauern der Regierungsgebäude hervorgebracht.”

Zwar befeure dies den Eifer der Regierung, ihre Pläne rascher durchzupeitschen, aber trotzdem sei es ein positives Zeichen: “Denn man sieht, welche Macht vom Volk ausgeht.” Der Widerstand werde immer zahlreicher und bringe nun auch jene hinter dem Ofen hervor, die bislang keine klare Stellung bezogen. Es gelte  zugleich, den Gedankenspielraum, den die Regierung vorgibt, umzudefinieren. Man laufe  Gefahr, die Demokratie, wie wir sie kennen, zu verlieren. Es müsse bewusst sein, dass der 1. Februar eine Zäsur ist: “Dann haben wir so viel zugelassen, dass es kein Zurück gibt.”

Verteidigung der Demokratie als gemeinsamer Nenner

Es müsse allen 9 Millionen Österreichern bewusst werden, dass es nun gelte, den Erhalt der Demokratie in den Vordergrund zu stellen. Das hätte die heilende Wirkung, dass man einen gemeinsamen Nenner findet. Denn die Regierung habe sehr erfolgreich die Spaltung der Gesellschaft betrieben. Jeder möge in sich gehen: “Es geht um viel, viel mehr als die Bekämpfung eines Virus.”

Daraus ergäbe sich dann wohl auch eine Gesprächsbasis mit Andersdenkenden, gerade auch beim Corona-Thema. Bei der Aufklärung stoße man oft auf Mauern, weil die Leute keinen gemeinsamen Nenner mehr sehen. Nun habe man aber ein übergeordnetes Thema – den Erhalt der Demokratie. Über Feinheiten beim Thema Pandemiebekämpfung könne man sich danach wieder an einen Tisch setzen, meint Pracher-Hilander.

Screenshot: AUF1

Psychologische Mittel der Eliten keine Einbahnstraße

Wenn man hingegen immer nur das Framing bedient, was die Politik vorgibt, spiele man bei deren Spiel mit und der Propaganda in die Hand. Man müsse bei der eigenen Sprachwahl sensibel sein – und wie die Mächtigen auch viel über Zahlen  kommunizieren und das Zuhören aktivieren, freilich mit dem richtigen Hintergrund. Zwar sei es mittlerweile schwierig geworden, mit Argumenten durchzukommen – und doch biete sich eine große Chance. Denn: “Der beste Verhaltensprädiktor ist die Intention eines Menschen”.

Das meint: die Meinung der Bürger über ihr eigenes zukünftiges Verhalten und ihre Einstellung dazu. Sozialer Druck habe darauf Einfluss. Je mehr Menschen auf eine bestimmte Art handeln, weil es ein äußerer Druck und keine Überzeugung ist, desto eher kann man sie abholen. Auch die Politik habe von Beginn an damit gespielt, indem sie das Helden-Narrativ anbrachte. Durch dieses “Vor-Lob” lenkte sie dann das Verhalten. Das geht auch umgekehrt. Man kann Menschen ebenfalls mit positiven Botschaften abholen. Denn viele seien mit ihrem Mittragen der Situation unglücklich. 

Jene, die sich (noch) nicht trauen, positiv abholen

Das hat einen psychologischen Effekt: “Wenn du mir als Bürger sagst, ich danke dir, hab ich eine Riesen-Hemmschwelle, dir beim nächsten Zusammentreffen etwas anzutun, von dem ich weiß, dass es eigentlich nicht okay ist.” Durch das Abholen in diese “Bringschuld” mittels Danks würden zudem jene, die offensichtlich nicht gemeint sind, herausstechen “wie bunte Hunde”. Jene welche die Situation nicht aus Überzeugung, sondern wegen einer ihnen vorgegebenen Norm mittragen, könne man so noch abholen.

Das könnte als Motivator dienen, dass jene, die bislang nur hinter vorgehaltener Hand zugeben, was läuft, sprechen. Zwar machen sich viele – oft aus Angst vor Jobverlust oder Mobbing – durch Schweigen zum Mittäter. Aber, wenn die Motivation auf der richtigen Seite liegt, ist es möglich, auszubrechen. Diese wüssten oft nicht, dass es eine ehrlich besorgte Gruppe gibt, die sie aufnehmen kann. Diese müsste wiederum einerseits die Dinge klar beim Namen nennen – und andererseits die Hand ausstrecken. 

Screenshot: AUF1

Kritiker ausgegrenzt, um ihre Einwände auszugrenzen

Gleichzeitig gibt es eine große Gruppe von Menschen, die sich die Dinge schönreden – und für nichts empfänglich sind. Hier sieht Pracher-Hilander erneut eine geschickte Taktik der Politik. Denn sie wisse: Der zentrale Punkt einer Information ist ihr Sender. Deshalb wurden Kritiker früh als “Verschwörungstheoretiker” abgestempelt. Mit dieser negativen Vorinformation würden deren Erkenntnisse schnell abgewertet: “Mit diesem Pferdefuß hat man uns relativ schnell mundtot gemacht, damit dem wenig Glauben geschenkt wird.”

Denn je mächtiger ein Sender auch im hierarchischen Sinne ist, desto eher wird diesem auch vertraut. Wenn Kritiker das Feindbild sind, prallt deren Kritik an vielen ab. Aber auch hier zeigt sich: Je häufiger man mit jemandem zusammentrifft, desto wahrscheinlicher ist es, dass man diesen nicht mehr ablehnt. Man soll also derartige Kontakte nicht abbrechen, sondern hartnäckig bleiben und seine Menschlichkeit darstellen. Denn erst durch Entmenschlichung gelingt Spaltung. Diesen Zirkel gilt es zu unterbrechen.

“Halten wir uns vor Augen, dass wir Helden sind”

Dies gilt gerade, wenn es das Niveau der Boshaftigkeit betrifft: “Es bleibt einem die Spucke weg, wie weit wir sind.” Aber man kann sich selbst ganz einfach vor diesem Framing schützen: “Halten wir uns vor Augen, dass wir Helden sind.” Etwa, indem man gerade unterwegs ist, etwas zu retten – etwa die Republik oder die Verfassung; also das, was uns die Großeltern als wertvolles Erbe übergaben. So gewinnt man auch den Gedanken, dass die eigene Arbeit wichtig ist – was wiederum Kraft bringt, um gegen so viel Feindseligkeit anzukämpfen.

Auf dieser Basis kann man auch andere abholen: Wir haben jetzt die Chance, Geschichte zu schreiben. Denn in diesen Wochen blicke ganz Europa auf Österreich – und alle 9 Mio. hätten die Gelegenheit, sich quasi als Helden wiederzufinden. Wenn wir gemeinsam unsere Verantwortung begreifen, davon ist Pracher-Hilander überzeugt, vereint für die Bewahrung der Demokratie einzutreten, dann hilft das auch, die Kontrolle über das eigene Leben wiederzugewinnen. Aktionen wie Warnstreiks und Demos würden diesen Aufbruch befeuern. Dabei ist es klar: Die Zeit drängt – und auch hier setzt die Psychologie an.

Screenshot: AUF1

Den knappen Zeitrahmen stets im Auge behalten

Denn je weiter entfernt etwas scheint, desto eher wird sich die Einstellung dazu in der Zwischenzeit noch ändern. Steht etwas unmittelbar vor der Tür, bleibt man hingegen eher bei derselben Ansicht. Ist den Menschen also klar, dass es nur mehr wenige Wochen gibt, um ein Zeichen gegen den Horror zu setzen. Die Eskalationsschraube der Regierung gibt einen klaren Zeitrahmen vor – und den muss man für sich nützen. Diesen greifbaren Zeitrahmen – es sind nur noch wenige Wochen – muss man ständig in den Fokus rufen: Es ist nur noch eine Frage von Wochen, die Zeit zum Aufstehen ist jetzt, so der Tenor der Sozialpsychologin.

Die letzten zwei Jahren wurden von angewandter Psychologie “wie aus dem Lehrbuch” diktiert – nur eben im negativen Sinne. Sie im positiven Sinne zu verwenden, sei nicht im Sinne der Politik. Aber als Widerstand dagegen sei das natürlich möglich: “Das Positive ansprechen im Menschen, das Menschliche. Viel über Lob, die Menschen in die Bringschuld bringen.” Und die Menschen motivieren, den gemeinsamen Nenner zu finden: “Das kann Fesseln aufbrechen”. Gefährlich sei unterdessen, bei den aktuellen “Taschenspielertricks” wie den Drohgebärden der Regierung etwa zur Impfpflicht, wieder schwach zu werden. An einen Bluff derselben glaubt sie dennoch nicht – denn alle Tabus seien gefallen.

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