Am 5. März sagte Julian H. im Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestages aus. Er sollte Aufschluss über den Wirecard-Skandal geben. Doch H. schockte die Deutschen mit einer anderen Bombe. Er behauptete, es gebe Beweise dafür, dass niemand geringerer als der österreichische Bundeskanzler nach der Nationalratswahl 2017 mit Parteifreunden im Büro eines befreundeten Gastronomen Kokain konsumiert habe! Die Deutschen sind schockiert: Bringt H. nun erneut Österreichs Regierung zu Fall?

Durch eine eingefädelte Falle, die Julian H. im Sommer 2017 auf Ibiza Heinz-Christian Strache stellte, brachte er bekanntlich die türkis-blaue Bundesregierung zum Platzen. Jetzt sorgt der Ibiza-Detektiv erneut für Furore und wieder bringt er damit Österreichs Regierung in die Bredouille.

Werbung

Szenekenner H. sagte unter Wahrheitspflicht aus

Der ehemalige Detektiv und Agent H. ist ein richtiger Insider, wenn es um kriminelle Machenschaften, Drogenhandel und die schmutzigen Ränder der Politik geht. Deswegen wurde er vom deutschen Untersuchungsausschuss präzise zur Wirecard-Causa befragt. Er spionierte laut eigenen Angaben bereits für Österreichs Kriminalpolizei, das Innenministerium und ausländische Regierungen. Nach Bekanntwerden seines Ibiza-Coups tauchte der 40-Jährige bei „Seenotrettern“ in Deutschland unter. Derzeit befindet er sich in U-Haft in der Justizanstalt Wien-Josefstadt.

Am 5. März sprach er nun – unter Wahrheitspflicht! – im deutschen Untersuchungsausschuss von Videobeweisen, die niemand geringeren als den Bundeskanzler bei „Konsum und Weitergabe“ von Kokain zeigen sollen! Das ganze soll in den Nachwehen der Nationalratswahl 2017 in den Büroräumlichkeiten eines bekannten Szene-Gastronomen stattgefunden haben, gegen den in der Vergangenheit bereits Koks-Vorwürfe laut wurden.

Narzisstische Droge Kokain

Anders als etwa das berüchtigte Heroin gilt Kokain als eine Droge, die vor allem in der Oberschicht präsent ist. Das Betäubungsmittel ist laut dem Suchtexperten Dr. Bernd Sprenger eine „narzisstische Droge“. Sie soll Allmachtsgefühle verleihen, eloquent und (auch sexuell) enthemmt machen. Darüber hinaus vertreibe der Stoff Müdigkeit und Hunger, wie das Handelsblatt berichtete. Kokser sollen ihre Abhängigkeit gut verbergen können, so würden oft nicht einmal die Familie oder Firma die Sucht bemerken.

Piqsels

Darum bleiben Kokser lange unbemerkt

Die Konsumenten neigen zu Selbstüberschätzung, Protzereien und Aufgekratztheit – Symptome, die Laien oft als charakterlich- oder stressbedingt verkennen. Suchtexperte Sprenger erklärte gegenüber Handelsblatt: „Je höher in der Hierarchie, umso später erst fallen Kokainabhängige in der Firma auf. Sie können wegdelegieren und werden gedeckt. Niemand wagt, etwas zu sagen.“

Die Protokoll-Passagen im Wortlaut

Dem Wochenblick wurden die brisanten Ausschuss-Unterlagen anonym zugespielt. Informierte Kreise bestätigen die Echtheit des Dokuments. Wir veröffentlichen die brisanten Passagen. Dr. Jens Zimmermann von der SPD befragte Julian H. zu seinen Wahrnehmungen bezüglich der Wirecard-Causa. Was dabei jedoch zum Vorschein kam, schockierte die deutsche Politik umso mehr.

Er sagte unter Wahrheitspflicht aus, dass es Zeugen und (Video-)Beweise dafür gebe, dass Österreichs Bundeskanzler gemeinsam mit anderen „ÖVP-Leuten und Konsorten“ in den Büro-Räumlichkeiten des befreundeten Gastronomen ein brisantes Treffen gegeben habe. Dabei sei es um den „Konsum und die Weitergabe von Kokain“ gegangen. 

 

Wochenblick bekam den geheimen Akt zugespielt:

Dr. Jens Zimmermann (SPD): Sie hatten von dieser Sequenz – sie ist immer noch da auf Twitter, habe ich gerade festgestellt, – berichtet. Aber sind Ihnen darüber hinaus auch vielleicht nicht von Ihnen angefertigte Bild- oder Tonaufnahmen bekannt?

Julian H.: Wie gesagt, meines Wissens nach gibt es ein Video, das diese Thematik, die auf dieser Sequenz hier beschrieben wird, beinhalten soll. Das soll existieren. Ja.

Dr. Jens Zimmermann (SPD): Okay. Aber das ist nicht von Ihnen angefertigt worden.

Julian H.: Nein. Aber ich habe mit jemandem sprechen können, der es gesehen hat und mit jemandem, der anwesend war. Beide bestätigen inhaltlich, dass es stattfand.

Dr. Jens Zimmermann (SPD): Und wissen Sie, wo das entstanden ist, in welchem Kontext, wann?

Julian H.: In den Büroräumlichkeiten des ****** ** [Anm. der Redaktion: Ein bekannter Gastronom], ich glaube, kurz nach der Wahl 2017.

Dr. Jens Zimmermann (SPD): Okay. Und wer war da anwesend?

Julian H.: Unter anderem der jetzige Bundeskanzler Kurz und noch ein paar andere ÖVP-Leute und -Konsorten.

Dr. Jens Zimmermann (SPD): Okay. Also, ich fasse mal kurz zusammen: Sie haben davon gehört, dass es in den Büroräumen von dem ****** ** ein Treffen gab, wo der Herr Kurz und andere ÖVPler mit dabei waren.

Julian H.: Unter anderem.

Dr. Jens Zimmermann (SPD): Und in diesem Video ging es von ihrem – es ist ja Hörensagen – um was?

Julian H.: Ist es, ja. – Entschuldigung.

Dr. Jens Zimmermann (SPD): Ich wollte eigentlich jetzt nur noch quasi wissen, ob Sie uns kurz noch mal sagen können, was in diesem Video…

Julian H.: Gerüchtehalber der Konsum und die Weitergabe von Kokain. Also vom Hörensagen.

Auch das noch: Auf SPD-Zimmermanns spätere Frage, ob es abseits von Audio- und Videoaufnahmen weitere Dokumente gebe, die diese Gerüchte belegen, erklärt H., dass es auch BVT-interne Papiere gebe, die die Vorwürfe bestätigten!

Das sagt der Anwalt des Szene-Gastronomen

Wochenblick bat Herrn Sebastian Kurz ebenso wie den bekannten Szene-Gastronomen um Stellungnahme zu den erschütternden Vorwürfen. Der Bundeskanzler verabsäumte es leider, innerhalb der gesetzten Frist Stellung zu beziehen.

Der Szene-Gastronom ließ uns über seinen Anwalt, Prof. Dr. Georg Zanger, ausrichten:

„Mein Mandant weist die von Ihnen aufgestellten Behauptungen in jeder Hinsicht als unrichtig zurück. Nur der guten Ordnung halber weise ich darauf hin, dass durch eine Veröffentlichung der unwahren Tatsachenmitteilung, die Persönlichkeitsrechte meines Mandanten erheblich beeinträchtigt wären und ein noch unabsehbarer Vermögensschaden entstehen würde.“

Es gilt die Unschuldsvermutung.

Corona-Crash 2021 Wochenblick-Spezialmagazin
Werbung

Folgen Sie uns auch auf Telegram, um weiter die aktuellen Meldungen von Wochenblick zu erhalten!

+++ WOCHENBLICK sagt NEIN zur BEZAHL-SCHRANKE +++
Information ist heute unverzichtbar wichtig. Der Wochenblick stellt deshalb ab sofort alle exklusiven Inhalte und Reportagen in voller Länge und ohne Zusatzkosten für seine Leser im Internet zur Verfügung. Während Mainstream-Medien verzweifelt um Abos werben, wollen wir nur eines: Ihnen ehrlich und rasch alle Informationen liefern, die Sie in dieser fordernden Zeit brauchen! Sichern Sie zusätzlich unser Print-Abo und unterstützen Sie uns: Die Wochenzeitung erscheint 48x jährlich!