Alljene die gerne politische Leichen ausgraben, machen sich gleichzeitig zu den Totengräbern der vernünftigen Sachpolitik.

Auch wenn er niemandem böse ist, wie der oö. Landespolizeidirektor Andreas Pilsl versicherte, so ist seine Enttäuschung nicht zu überhören, als Innenminister nicht zum Zug gekommen zu sein.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

Fixer Bestandteil

Es sei schon eine Ironie, moniert er, dass die Blauen, die mit Ibiza aktuell genug zu tun hätten, seine Zeit bei Strasser als Grund hervorholten… und damit seine Bestellung prompt verhinderten. Doch Pilsl sollte nicht vergessen, dass „das Hervorholen“ – leider! – zu einem fixen Bestandteil heimischer Politik geworden sein dürfte, wenn es darum geht, unbequeme Politiker auszuschalten.

Um Strache los zu werden, hat man ein zwei Jahre altes, heimlich aufgenommenes Video „hervorgeholt“. Vermutlich ließe sich heute auch bei jedem anderen was finden, wenn man nur lang und tief genug gräbt oder wenn man ihm eben eine ausgeklügelte Falle stellt. Ich nehme an, das wird jetzt noch öfter geschehen, weil offenbar kaum noch jemand bereit zu sein scheint, mit ehrlicher Sachpolitik (die auch nicht immer einfach ist) Staat zu machen, was auch die so genannte Regierungskrise zeigt.

Wenn man aber weiterhin versucht, Politikern aus früheren unbedachten Verhalten oder Äußerungen einen Strick zu drehen und ihnen auch die Fähigkeit abspricht, klüger zu werden, dann wird sich die Spirale des Ausgrabens von Kellerleichen munter weiter drehen.