Mitten in die Debatte um Besetzung von Spitzenpositionen in staatlichen oder halbstaatlichen Betrieben mit braven Parteisoldaten platzte am Sonntag die Nachricht, dass sich angeblich was tut im Wiener Lobbying-Büro des Landes Oberösterreich.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

Dabei erfuhren auch jene Landsleute, an denen diese Thematik bislang vorbeigegangen ist, erstmals, dass der Leiter dieses Büros ein gewisser Florian Hiegelsberger ist. Hiegelsberger? Heißt nicht auch der oö. Agrarlandesrat so? Genau! Florian ist der Neffe vom großen Max. Nun fragen sich viele, ob dieses Wiener Büro nicht auch mit einem Schwarzen hätte besetzt werden können, der kein Verwandter eines oö. Regierungsmitgliedes ist. Dass die ÖVP einen der ihren auf diesen Posten setzt, verwundert nicht. Aber musste es ausgerechnet ein Hiegelsberger sein? Die Roten im Land halten dieses Wiener Lobbying-Büro, das jährlich etwa 200.000 Euro kostet, ohnehin für entbehrlich. Deshalb haben sie erst kürzlich im Finanzausschuss des Landtages auch die  Schließung dieser Einrichtung beantragt – freilich ohne Erfolg. Denn wie man weiß, kennt das christlich-soziale Gedankengut auch die Verpflichtung, immer gut für die Familie zu sorgen.