Made in China: Von Autoteilen über Elektronik bis hin zum Spielzeug werden fast alle (überlebens-)wichtigen Dinge mittlerweile im Reich der Mitte produziert. Auch Antibiotika, chirurgische Masken und medizinische Geräte importieren die Europäer von den Chinesen fleißig zuhauf. Die derzeitige Corona-Krise zeigt jedoch, wie schnell diese Abhängigkeit zum fatalen Verhängnis für viele ältere Menschen werden kann. 

Ein Kommentar von Julian Utz

Der Corona-Virus überfällt Europa

Jeden Tag schießen die Zahlen der Coronavirus-Erkrankten weiter in die Höhe. Circa 175.000 Fälle gibt es nun in Europa. Die hohe Zahl, die mit Sicherheit noch weiter ansteigen wird, zeigt, wie unvorbereitet die Bürger und Regierungen der europäischen Staaten vom neuartigen Covid-19- Virus derartig „überfallen“ wurden. Ein Problem, das lange unter den Teppich gekehrt wurde, wird jetzt klar und deutlich. Europa befindet sich in einer totalen Abhängigkeit von China.

Abhängigkeit von der chinesischen Wirtschaft

Die „Fabrik der Welt“ dominiert alle Lieferketten dieser Erde. Dies geschieht unter anderem mit unlauteren Handelspraktiken wie Ausbeutungsbetrieben, Lohndumping, niedrigen Umweltschutzregeln und staatlichen Subventionen. Die meisten Länder akzeptieren diese mehr als unfairen Umstände aber ohne jegliche Kritik. Geld stinkt ja bekannterweise nicht. Würde die „Gelbe Gefahr“ (abfällige Bezeichnung für China aus der Kolonialzeit) nicht massenweise Medikamente und medizinische Geräte nach Europa exportieren, wären die Regale in europäischen Apotheken schnell leer und ganze Gesundheitssysteme würden wohl oder übel zusammenbrechen. Chirurgische Masken gingen schon einmal aus, als über China ein Exportverbot verhängt wurde. Die Schutzmasken sind jedoch für medizinisches Personal im Kampf gegen das gefährliche Virus überlebensnotwendig.

In Zukunft nur mehr Schutzmasken „Made in Austria“?

Was tut man, wenn diese Masken plötzlichen rar werden und nicht mehr aus Übersee eingekauft werden können? Richtig. Man fängt an, den für sich notwendigen Bedarf, selbst zu produzieren. Das Ziel muss sein, von dieser Abhängigkeit des gelben Riesen fortzukommen. Wir sehen jetzt, dass die globalen Lieferketten in Krisenzeiten ein nicht notwendiger Risikofaktor sind. Schutzmasken können sehr wohl auch bei uns produziert werden. Oberösterreichs Landeshauptmannstellvertreter, Manfred Haimbuchner (FPÖ), sprach sich daher vergangenen Freitag aus, alles dafür zu tun, um in Anbetracht der Coronakrise die Produktion von medizinischem Bedarf künftig stärker in Österreich anzusiedeln. Den derzeit zunehmenden Engpässen in Spitäler will er damit entgegenwirken. Ein immens wichtiger Schritt! Eine Taskforce, die sich gerade um die Beschaffung von Schutzausrüstung kümmere, gibt es schon. Diese kämpft aber derzeit mit Lieferengpässen aus dem Ausland.

Globalisierung kann auch töten

Österreich hat sich in der Vergangenheit zu stark auf Länder wie China verlassen, vor allem wenn es um die Herstellung von lebenswichtiger Ausrüstung und medizinischen Gütern geht. Es ist wichtig, dass heimische Produzenten durch Anreizsysteme wieder den notwendigen Bedarf decken. Denn jeder Coronavirus-Patient in Europa, der nun durch einen importabhängigen, aber fehlenden medizinischen Bedarf sterben muss, ist damit leider auch ein unnötiges Todesopfer der Globalisierung.