Unfassbar! Die Tiroler Skigebiete Pitztal und Ötztal wollen drei bisher unberührte Gletscher „neu erschließen“. Weil ihnen dabei der Gipfel des Linken Fernerkogels im Weg ist, soll er gleich um 40 Meter „gekappt“ werden – per Supersprengung. Das wahnwitzige Projekt könnte schon im kommenden Jahr starten. Wer glaubt, dass jetzt Fridays for Future auf die Barrikaden gehen, auf den Gletscher marschieren und dort ihren Banner „Die Berge gehören nicht Euch“ entrollen, irrt“.

Ein Kommentar von Kornelia Kirchweger

Desaster-Projekt killt Ökosystem

Sollte das Projekt durchgehen, könnte das eine verheerende Beispielwirkung für weitere „Gipfelsprengungen“ haben. Etwa zur Schaffung neuer Siedlungsgebiete, touristischer Rummelplätze, Landepisten für Flugzeuge und Hubschrauber, Luftkurort-Dörfer, etc. Begnadete Investoren haben da sicherlich noch weitere Ideen.

Ich bleibe dabei: das Projekt ist ein Verbrechen an der Natur. Ganze 40 Meter Höhe sollen in die Luft gesprengt werden. Das sind etwa 750.000 Kubikmeter Gestein, Erde und Eis. 72 Hektar prächtige Gletschergipfel müssen damit diesem wahnwitzigen Projekt weichen. Konkret betroffen ist eine Fläche im Ausmaß von über 116 Fußballfeldern. Drei Seilbahnen, Restaurants und Bars mit einer Kapazität von 1600 Gästen sollen entstehen. Vier Kilometer neue Straßen und Wege und ein 600 Meter langer, befahrbarer Tunnel sind geplant. 64 Hektar Pistenfläche sollen entstehen, davon sollen zehn Hektar künstlich beschneit werden. Dafür benötigt man einen riesigen Speicherteich, der bisher unberührte Fließgewässer ableitet. Aber na ja, für bodenschädigende Beschneiungsanlagen gibt’s vom Staat ja gut geförderte Kredite. Ganz im Sinne der Umwelt. Sollte die Gletschersprengung im Herbst genehmigt werden, kann das auf 6 Jahre angelegte Bauprojekt schon 2020 beginnen.

Kein Gebrüll wegen Gletschermord

Den Klimabesorgten ist dieser desaströse Eingriff in eine unberührte Gletscherwelt völlig egal. Weil ihnen der Zusammenhang zwischen Natur und Klima nicht ganz klar sein dürfte. Ihr Schweigen zu diesem von Profitgier geleiteten Gletschermord deckt die ganze Scheinheiligkeit ihrer hysterischen Klimamärsche auf. Keine Aktivisten schreien den Leuten ihre Sorge ins Gesicht, keine UNO-gestützte Weltkampagne weist Tirol in seine Umweltschranken, es gibt keine medienwirksame Verurteilung als Natur-Verbrecher – wie das so gerne im Greta-Umfeld bezüglich Klima gemacht wird. Warum nicht? Weil die treibende Kraft dahinter fehlt. Jene Kraft, die sich etwas davon verspricht. Doch was gewinnt man schon, wenn man einen Gletscher einfach Gletscher sein lässt?

Widerstand von „Allianz für die Alpen“

Mittlerweile hat die „Allianz für die Seele der Alpen“, bestehend aus Alpenverein, WWF und den Naturfreunden die Petition „Hände weg von unseren Gletschern“ gestartet. Sie fordert von der Politik statt der Gletschersprengung die Förderung nachhaltiger Konzepte, wo Tourismus und Naturschutz Hand in Hand gehen. Die Initiative „Lebensraum Pitztal“ sieht das anders: sie erhofft sich von diesem Bauvorhaben eine „touristische Weiterentwicklung“ der Region.

Meine Wette für den ORF-Klima-Tag: Gletscher kein Thema

Der 12. November 2019 steht beim ORF ganz im Zeichen des Klimawandels. „Unser Klima – unsere Zukunft“ heißt es 10 Stunden lang im Staatsfunk. Experten werden zu Wort kommen und uns erneut für den Klimawandel schuldig sprechen. Man darf gespannt sein, ob die Gipfelsprengung in Tirol auch nur mit einem Wort erwähnt wird. Ich tippe auf „Nein“. Was meinen Sie?