Gut gebrüllt, Herr Generalmajor! Treffender hätte man das Verhältnis, das viele Österreicher zum Bundesheer haben, nicht beschreiben können als dies jetzt der oö. Militärkommandant Kurt Raffetseder in einem Zeitungsinterview tat.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

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Vermeintlich „schlechter Ruf“ eilt voraus

Die Herde, so analysierte er, fürchte sich mittlerweile mehr vor dem Hund als vor dem Wolf. Recht hat er! Leider blieb die Frage, warum das so ist, unbeantwortet. Fakt jedoch ist, dass die Politiker der 2. Republik – von Ausnahmen abgesehen – nie viel Freude mit dem Heer hatten. Geliebt wurde es nur als Naturkatastrophenfeuerwehr, als Security-Truppe zur Verteidigung des Hauses Österreich scheint es noch heute vielen entbehrlich zu sein.

SPÖ, ÖVP und Grüne sägten fleißig mit

An der Manifestierung dieser Auffassung in der Öffentlichkeit hat die SPÖ im Verein mit den Grünen und zeitweise auch mit der ÖVP speziell in den letzten fünfzig Jahren fleißig und mit Erfolg gearbeitet. Nach vielen Experimenten, die rot-schwarze Politiker mit dem Bundesheer unternahmen, steht die Armee nun vor dem Bankrott. Daran vermögen auch gelegentliche Budgeterhöhungen, die nur den laufenden Betrieb des Heeres sicherstellen, nichts zu ändern.

Bundesheer braucht höheres und solides Budget

Was das Bundesheer für die Zukunft benötigt, sind aber nicht nur gelegentliche Zuschüsse, um die Löcher im Verteidigungshaushalt zu stopfen. Was es wirklich braucht, ist ein höheres und damit solideres Budget wie auch eine von der Mehrheit der Bevölkerung getragene Überzeugung, dass ein Wachhund zum Schutz des eigenen Grund und Bodens und auch zum Schutz unserer Lebensweise schon sinnvoll und nötig sind. Allein schon die Existenz eines Hundes vermag die Herde vor dem Wolf zu schützen.