Nun ist Susanne Wiesinger ihren Posten als „Ombudsfrau“ im Bildungsministerium also mit ähnlich großem Getöse losgeworden, wie sie ihn bekommen hat.

Ein Kommentar von Chefredakteur Christian Seibert

Wiesinger-Posten: Wie gewonnen, so zerronnen

Jene Lehrerin, die medienwirksam das auszusprechen wagte, was an österreichischen Schulen längst Usus ist: Dass immer weniger Schüler der deutschen Sprache mächtig sind und es insbesondere in muslimischen Elternhäusern mit dem Respekt für die weibliche Lehrkraft und den Institutionen eines laizistischen Staates nicht weit her ist.

Minister Heinz Faßmann, der Wiesinger einst auf Druck der Kronen Zeitung ins Ministerium holte, weil sie ein Aufdecker-Buch verfasst hat, schasst die Lehrerin nun. Warum? Weil sie ein Aufdecker-Buch verfasst hat! Was wiederum den Schwenk der ÖVP von türkis hin zu Schwarz-Grün mehr als deutlich macht.

Fortsetzung linker Kuschelpädagogik droht

In der Bildungspolitik soll genau das fortgeführt werden, was vor der „blauen“ Regierungsbeteiligung vorherrschte: Linke Kuschelpädagogik! In „Machtkampf im Ministerium“ schreibt Wiesinger über ein völlig verfilztes Bildungsressort, das „von den Problemen der Schüler entkoppelt“ sei.

Ähnlich entkoppelt von den Sorgen und Nöten der Bürger agiert in diesem Fall die Krone, die Wiesingers Aufstieg einst herbeischrieb und diese nun fallen lässt. Jene Krone, die nach erfolgtem Linksschwenk nun um Abonnentenzahlen bangt und in deren Rechtsabteilung man so nervös sein muss, dass man nun sogar das Portal Unzensuriert klagte, weil dieses über eine Kündigungswelle von enttäuschten Krone-Abonennten berichtete.

Bildungsbereich: Eine vertane Chance für die Politik

Dass sie sich nun nicht mehr „Ombudsfrau“ nennen darf, wird Susanne Wiesinger ob des zu erwartenden kommerziellen Erfolgs ihres Buches wohl verschmerzen. Die Probleme vom Bildungsministerium abwärts bis hin zu den Schulen werden nun wieder erfolgreich unter den Teppich gekehrt werden. Bei mir bleibt der Gedanke zurück, was unter einer rechts-konservativen Regierung im Bildungsbereich alles möglich und nötig gewesen wäre. Und zwar zum Wohle der Schüler – und nicht zu deren Leidwesen…