„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht“, lautet eine Weise, welche sich bei Alt bis Jung großer Bekanntheit erfreut. Die große Beliebtheit beschränkt sich eher auf Alt sowie ganz Jung.

Ein Kommentar von Gernot Bachinger

Auch die Geschichte vom Hirtenjungen und dem Wolf kann der bildhaften Umschreibung der aktuellen Lage dienen.

Establishment lobt Mitarbeit der Bevölkerung …

Kanzler, Innenminister, Gesundheitsminister, Landeshauptleute sowie Mainstreamredakteure werden neben dem Zählen von Infizierten nicht müde die Bevölkerung für ihre Mitarbeit zu loben. In die Kooperation bzw. in die Einhaltung der Maßnahmen zur Bekämpfung des China-Virus wird gleichsam eine weitgehende Übereinstimmung mit dem Vorgehen der Regierung bzw. der Behörden hineininterpretiert.

Im Hinblick auf den Schutz der älteren Bevölkerung und anderen Risikogruppen, Grenzkontrollen und weiteren Stärkungen des Nationalstaates entspricht die Interpretation der Gefühlslage wie dem Hausverstand der Bevölkerung.

… der Bürger duldet viel eher

Jedoch darf der hohe Grad an Duldensstärke nicht mit einem generellen Einverständnis gleichgesetzt werden. Geschwindigkeitsbegrenzungen wie der Lufthunderter werden lediglich ob der empfindlichen Strafen akzeptiert. Das Dosenpfand in Deutschland ob der hohen Kosten – welches im Übrigen als Kompensation für die aktuellen Zumutungen abgeschafft werden sollte. Die Registrierkassenpflicht ebenso – im beiderlei Sinne. Vom Dickicht der Steuergesetzgebung, der Bürokratie, den Rauchverboten etc. ganz zu schweigen.

Der Bürger hat kein Interesse daran hohe Strafen leichtfertig in Kauf zu nehmen. Auch ist es nicht die Absicht des Bürgers die Sicherheitskräfte von ernsthaften Dingen abzuhalten. Er fühlt sich sicherer zu Hause in dem Wissen, dass Polizei und Militär die öffentliche Ordnung wie die Grenzen schützen, anstatt sich auf die Jagd nach Massenansammlungen wie so genannte Corona-Partys machen zu müssen.

Vergangene Vertrauensbrüche

Woher entspringt die große Skepsis über die Vorschriften zur Bekämpfung des China-Virus. Die Antwort liegt teilweise im eingangs erwähnten Vertrauensbruch in der jüngeren Vergangenheit.

Wir haften nicht für die Schulden anderer Länder. Folge: Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.

Dublin und Schengen funktionieren. Folge: Wir schaffen das.

Eine weitere Erklärung fußt im schlechten Krisenmanagement. Schutzmasken, Intensivbetten, Mobilisierungen von Zivildienern wie Milizionären, Ausgangsbeschränkungen für Risikogruppen, Grenzschließungen hätten bereits im Jänner oder Februar erfolgen bzw. aufgestockt werden können.

Zudem speist sich das Misstrauen aus den aktuellen unterschwelligen Botschaften. Wer im Lesen zwischen den Zeilen geübt ist, kann dies nachvollziehen. Das klare Wasser in den venezianischen Kanälen. Die schrittweise Erholung der Natur. Der heilsame Verzicht. Die Entschleunigung. Die Besinnung auf das Ursprüngliche.

Wer hört hier nicht die Jünger der Klimareligion zwischen den Zeilen heraus. Gleichsam einem Aktuellen: Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen…