„Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht…“, ich kann mich noch gut an den Moment erinnern, als ich als Kind das erste mal die gesungenen Zeilen dieses sozialistischen Kampfliedes hörte und sich Unbehagen in meinem Körper ausbreitete.

Ein Kommentar von Christian Seibert

Anzugträger als Befreier der Arbeiter

Wohl weniger wegen des Inhalts der „Internationale“ oder wegen der Melodie, sondern weil es für mich als Kind einfach peinlich und unauthentisch war, dass sich eine Masse an Anzug-tragenden Spitzenpolitikern aus gutem Elternhaus (mit der Frauenquote hatten es die Roten damals auch noch nicht so) erhob, die Hände zum Himmel streckte und so tat, als hätte man gerade die Arbeiterklasse befreit.

Absturz der Sozialdemokratie

Mein kindliches Ich konnte es damals noch nicht rational begründen, aber ich war mir sicher, dass es mit dieser Sozialdemokratie stetig bergab gehen würde. Ein ähnliches Unbehagen breitete sich in mir aus, als ich Tage vor der Nationalratswahl eine Frau namens Pamela Joy Rendi-Wagner in einer TV-Diskussion verfolgte und diese über „soziale Gerechtigkeit“, „faire Löhne“ und „Gleichberechtigung“ sprach und dabei derart gekünstelt grinste, als hätte man sie für einen Waschmittel-Werbespot gecastet.

Nobelclub-Besuch im Badeort St. Tropez

Viel authentischer zeigte sich die 48-jährige ehemalige Ärztin und Spitzenbeamtin eher, als sie ihren Sommerurlaub im noblen Badeort St. Tropez verbrachte – und dort im „Club 55″, einem der nobelsten Strandclubs der Welt, abstieg. Es ist übrigens die Freiheit des „Wochenblick“-Chefredakteurs, den vorletzten Satz sagen zu dürfen, denn in der SPÖ oder einem SP-nahen Staatsbetrieb hätte es mir meinen Job gekostet, eine Frau im Jahr 2019 mit einem Waschmittel in Verbindung zu bringen.

Schatz als Negativ-Beispiel

Und glauben Sie mir, ich habe sieben Jahre in einem „roten“ Staatsbetrieb verbracht und kann nur allzu gut beurteilen, inwieweit die weibliche „Machtübernahme“ bereits vorangeschritten ist. Dagegen wäre auch gar nichts einzuwenden, würden es nicht genau jene Männer hassenden Hornbrillenträgerinnen sein, die protegiert werden, welche man auch aus der SPÖ kennt. Ich nenne nur die oberösterreichische Abgeordnete Sabine Schatz als Negativ-Beispiel, die außer ihrem Kampf gegen „Rechts“ und Hobeln mit Asylwerbern keinerlei sozialdemokratische Kernthemen mehr vertritt.

Sozialistische Hornbrillen-Powerfrauen

Und die Männer? Die werden in der SPÖ nur mehr was, wenn sie sich den mächtigen Frauennetzwerken beugen. Es soll ja schon die ein oder andere Frau in der Politik gegeben hat, die extra für ihren Liebhaber einen Posten in einem staatsnahen Betrieb „erfunden“ hat, um ihm nah sein zu können. Die sozialistischen Hornbrillen-Powerfrauen haben von den ach so verhassten Männernetzwerken von Anno dazumal wohl allzu gut gelernt, wie es scheint. Und so werden bei den Roten nur mehr „Unmänner“ etwas.

Hang zu teuren Porsches

Wie etwa Thomas Drozda, der Kunstmanager mit dem Hang zu Porsches und teuren Uhren oder der steierische „Arbeiterführer“ Maximilian Lercher, der sich nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Parteimanagers, gleich mit einem gut dotierten Berater-Vertrag bei der Leykam AG entschädigen ließ – mit einer Beratergebühr, die vom Durchschnittsgehalt der Hackler soweit entfernt ist, wie St. Tropez vom Hausmeisterstand in Lignano.

Anzugträger sind Ponchoträgerinnen gewichen

Doch kommen wir zu meinem Vergleich zurück. Man könnte sagen, dass die Anzugträger von damals den Ponchoträgerinnen von heute gewichen sind. Die mangelnde Glaubwürdigkeit jedoch, die ist geblieben. und die österreichische SPÖ wird ihrer deutschen Schwesterpartei bald unter die 15 Prozent-Marke folgen. Ponchos aller Welt vereinigt euch – auf zum letzten Gefecht…