Ende April sorgte Marlene Engelhorn für Aufsehen, als sie in einer ORF-Sendung ankündigte, auf den Großteil eines vererbten Millionen-Vermögens verzichten zu wollen. Sie will damit ein Zeichen setzen und zwar ein Zeichen für höhere Vermögens- und Erbschaftssteuern. Wirre Ideen eines Wohstandskindes, oder steckt dahinter eine Agenda?

  • Millionenerbin sorgte für Aufsehen im TV: will auf 90 Prozent des Millionen-Vermögens verzichten
  • Marlene Engelhorn (29) soll zweistelligen Millionenbetrag erben
  • Sie will höhere Vermögens- und Erbschaftssteuern
  • Ist das schon verkappter Kommunismus

Engelhorns Oma Traudl Engelhorn-Vechiatto (94) ist die Witwe von Peter Engelhorn, dem Urenkel des BASF-Gründers Friedrich Engelhorn und verfügt über ein Vermögen von 4,2 Milliarden Dollar. Peter Engelhorn wurde durch den Verkauf seiner Anteile am deutschen Pharmaunternehmen Boehringer Mannheim an den Pharmakonzern Hoffmann-LaRoche 1997 zum Milliardär. Marlene Engelhorn wird laut Medienberichten nun bald einen zweistelligen Millionenbetrag von ihrer Oma vererbt bekommen.

Die guten Ideen der Wohlstandskinder

Wenn Kinder aus so betuchten Familien derart medienwirksame Vorstöße wagen, ist Hellhörigkeit angebracht. Ein Verweis auf Greta Thunberg oder Luisa Neubauer und deren „gute Ideen“ sollte hier zur Verdeutlichung genügen. „Wir brauchen eine Umverteilung von Reichtum, Land und Macht, und wir brauchen einen transparenten und demokratischen Prozess – für mich bedeutet das: Vermögenssteuern“, wird Engelhorn auf heute.at zitiert.

Weltfremd oder die Welt verbessern?

Eine solche Steuererhöhung bzw. -einführung für „die Reichen“ klingt erst einmal ganz gut, nicht? Die Definition wer als reich gilt, kann sich allerdings sehr schnell ändern und dann gilt womöglich ganz plötzlich jeder, der etwas zu vererben hat auch als „reich“. Stammt man aus dem Hause von Milliardären, ist es wohl nicht weiter schwierig, mit einem „Restbetrag“ in Millionenhöhe sein Dasein zu fristen. Erbt man hingegen als Normalbürger das Elternhaus und muss dafür kräftig in die Tasche greifen, ändert sich diese Perspektive allerdings schlagartig. „Ich lebe trotzdem sehr bequem. Wenn Vermögen gerecht verteilt wäre, hätten wir das Problem in der Form gar nicht, dann gäbe es keine „überreichen“ Menschen…“, meint Marlene Engelhorn im Standard-Interview.

Verkappter Kommunismus?

Die Einführung/Erhöhung einer Erbschaftssteuer kann auch ein Instrument sein, um zu verhindern, dass sich neue Vermögen überhaupt erst bilden. Aussagen wie: „Individueller Reichtum ist in unseren Gesellschaften strukturell mit kollektiver Armut verknüpft. Da wollte ich nicht mitmachen“ und „Ich habe für das Geld keinen Tag gearbeitet und zahle für den Erhalt keinen Cent Steuer. Das kann es doch nicht sein. Besteuert mich endlich!“, weisen durchaus in diese Richtung. Linksradikales Denken und Altruismus bis hin zur Selbstaufgabe? Nehmt mir alles, ich brauche nichts? Egal ob solche Aussagen von radikalen Weltverbesserern oder sozialistisch/kommunistisch geprägten „Wohlstandskindern“ kommen, sie klingen meist nur vordergründig gut und die dahinterstehenden Motive sollten hinterfragt werden. Noch nie haben sozialistische Tendenzen zu mehr Wohlstand geführt und Enteignung kann auch im Stillen über Steuern erfolgen.

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