Dr. Johann Knotzer (li) und Dr. Rainer Gattringer vom Klinikum Wels-Grieskirchen

Das Gesundheitssystem in Oberösterreich soll angeblich im Zusammenbruch begriffen sein. Zumindest wenn man den panikverbreitenden Systemschreiberlingen Glauben schenkt, stapeln sich in OÖ die Corona-Leichen und die Verstorbenen müssen am Gang abgestellt werden. Doch in welchem Krankenhaus die Lage so aus dem Ruder läuft, kann oder will man nicht sagen. Aktuell ist laut zwei Ärzten das große Krankenhaus Wels an seiner Belastungsgrenze angelangt, und dass, obwohl kein anderes Bundesland so viele freie Intensivbetten wie Oberösterreich hat. Laut Information des Magistrats befinden sich mit Stand vom 11. November 2 (!) Covid-Intensivpatienten im Krankenhaus Wels. Kaum vorstellbar, was passieren würde, wenn noch ein dritter Corona-Patient Intensivbetreuung benötigen würde!

  • Krankenhaus Wels angeblich an Belastungsgrenze
  • Laut Magistrat 13 Corona-Patienten in Klinik – davon 2 auf Intensiv
  • Zwei Ärzte des Krankenhauses schildern „dramatische Situation“ auf Intensiv
  • Oberösterreich hat die meisten freien Intensivbetten in Österreich
  • Hat APA Geschichte mit den Corona-Toten am Gang erfunden?
  • Zuschrift des Klinikums in Reaktion auf den Bericht

Update 22.11.2021: Aufgrund der Reaktion des Krankenhauses auf den Bericht wurde dieser ergänzt.

Die irre Panikmache mit der Überlastung der Intensivstationen im Mainstream wird immer grotesker. Die Intensivstationen seien „momentan voll mit ungeimpften Schwerstkranken“ und in den Krankenhausgängen würden sich die Leichen schon stapeln, heißt es. Dabei vergreift sich so mancher „Experte“ gerne auch einmal bei den Zahlen und präsentiert völlig falsche (Wochenblick berichtete).

Krankenhaus Wels an Belastungsgrenze – wegen 2 Corona-Intensivpatienten

Die Situation auf der Intensivstation sei dramatisch, erklärt Dr. Rainer Gattringer, Leiter des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie am Klinikum Wels-Grieskirchen in einem Video-Interview am 10. November. Man stehe bereits mit dem Rücken zur Wand, lässt er wissen. Auf der Webseite des Magistrats wurde am Tag nach diesem Interview folgende Information zur Corona-Situation im Krankenhaus Wels veröffentlicht: „Im Klinikum liegen derzeit 13 Personen mit einer Corona-Erkrankung, zwei von ihnen auf der Intensivstation.“ Das Spital ist also ernsthaft an der Grenze zur Überlastung wegen ZWEI Corona-Intensivpatienten? Kann man eine solche Einrichtung noch als Krankenhaus bezeichnen bzw. ernst nehmen? Denn Gattringer meinte tatsächlich: „Ich würde jedem empfehlen, in den nächsten Monaten keine Intensiv zu brauchen“. Da könnte man das Spital doch gleich zusperren!

Ergänzung 22.11.2021: Das Krankenhaus Wels hat auf den Bericht reagiert und schreibt, dass mit Stand heute 105 Corona-Intensivpatienten behandelt werden. Davon seien 18 „intensivpflichtig“. Die Zahlen des Welser Magistrates würden sich nur auf Welser beziehen. Man würde aber auch Patienten aus anderen Bezirken behandeln: „Am Klinikum Wels-Grieskirchen werden zum Stand 22.11.21 105 Covid-Patienten versorgt, davon sind 18 intensivpflichtig!

Die vom Magistrat Wels veröffentlichen Zahlen beziehen sich auf Welser. Am Klinikum werden aber auch Patienten anderer Bezirke versorgt.“

Eine Impfung schützt nicht vor Infektion

Aber der gute Herr Doktor hat noch mehr zu bieten. Dr. Gattringer klärt darüber auf, dass eine Impfung nicht vor Infektion schützt. Und zwar sagt er das ganz allgemein über Impfungen. Bei den nutzlosen Corona-Giftspritzen trifft das zu. Aber dass das auch für alle anderen Impfungen gelten soll, ist neu – oder vielleicht auch einfach falsch.

Das Fachlexikon Pschyrembel definiert, dass eine Schutzimpfung die „Ver­ab­rei­chung ei­nes Impfstoffes oder ei­nes Anti­ser­ums zur Erzeugung ei­ner Im­munität gegen bestimmte In­fektion­serreger zum in­dividuellen und kol­lek­ti­ven Schutz vor In­fektions­krankheiten“ ist. Und unter Immunität ist nach dem Nachschlagewerk ein „komplexer Schutz vor ei­ner In­fekti­on“ zu verstehen.

Hier das Interview mit Dr. Gattringer:

Operationen müssen verschoben werden – wegen 2 Corona-Intensivpatienten?

Auch Dr. Johann Knotzer, der Leiter der Anästhesiologie und Intensivmedizin im Klinikum Wels verbreitet in einem ZIB-Interview vom 11. November, das mittlerweile aus der ORF-TV-Thek entfernt wurde, nichts als Panik. Auch er spricht von einer dramatischen Situation auf der Intensiv. Auffällig dabei ist Knotzers Körpersprache: Ständiges Blinzeln und Abbrechen des Augenkontaktes während er spricht. Man müsse bereits planen, welche Eingriffe noch durchgeführt werden können und welche aufgrund der vielen Corona-Intensivpatienten verschoben werden müssen, erklärte er weiter. Zur Erinnerung: Es sind gerade einmal 2 Corona-Intensivpatienten im KH Wels.

Insgesamt sind 34 Prozent der Intensivbetten in Oberösterreich frei.

Mit aktuell (Stand 18. November) 112 freien Intensivbetten liegt Oberösterreich im bundesweiten Vergleich sogar mit Abstand voran, was die freien Intensiv-Betten betrifft!

Die APA auf Relotius‘ Spuren?

Aber auch das Auge am Küniglberg und seine APA scheinen es nicht so genau mit der Wahrheit zu nehmen, könnte man zumindest vermuten, wenn man sich nachfolgenden Tweet zu Gemüte führt. Ein Online-Medium hat bei der APA, die die Horror-Story über die angeblichen Gangleichen in Umlauf brachte, nachgefragt, wo denn dieses ominöse Todes-Spital sei, in dem die Corona-Toten am Gang abgestellt werden müssten. Leider wurde die Auskunft zu Ort und Spital verweigert. Der oberösterreichischen Landesregierung scheinen derart horrende Zustände nicht bekannt zu sein. Hat die APA bei dieser Geschichte womöglich einen lupenreinen Relotius hingelegt? Eine komplette Fake-News-Story abgeliefert?

So sieht die zugehörige Horrormeldung aus, in der auch noch ein pietätloses Bild der Verstorbenen gezeichnet wird: „Coronavirus-Tote steckst du nackt in einen luftdicht verschlossenen Plastiksack, zippst zu und das war’s.“

 

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