Mit einem scharfen Anstieg der Beitragszahlungen rechnet eine neue Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) – in Deutschland. Das heißt: Sofern nicht der Bundeshaushalt auf anderem Wege jede Menge Steuergeld in das Krankensystem pumpt. Und dabei wurden bei dieser Erhebung noch nicht einmal alle Parameter berücksichtigt!

30 Milliarden Euro müsste die öffentliche Hand dem WIP zufolge in die Krankenversicherung stecken, um die derzeitigen 14,6 Prozent des Bruttogehalts für die Krankenkasse samt Zusatzbeitragssatz von 1,3 Prozent halten zu können. Andernfalls sind alleine bis 2030 Anstiege des Beitragssatzes auf 15,5 bis 20,6 Prozent zu erwarten. Zehn Jahre später könnten es 16,7 bis 28 Prozent sein – im Ernstfall also eine Verdoppelung der Beiträge in nur einer Generation.

Besonders ärmere Menschen wären schwer betroffen

Schon heute sind deutsche Steuerzahler im europäischen Vergleich stark belastet, auch der Anteil der „working poor“ – also Leute, die trotz einer Arbeitsstelle kein Einkommen zum Auskommen haben – wächst stetig an. Und weil die Wahlfreiheit zwischen der gesetzlichen Krankenkasse und einer privaten Krankenvollversicherung in der Regel nur den Besserverdienern vorbehalten ist, trifft es die wirtschaftlich Schwachen besonders. Ihnen bleibt kein Ausweg aus der Teuerung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die Problematik ist zwar auch der deutschen Bundesregierung bekannt, für dieses Jahr konnte sie sich aber lediglich zu einer „Sozialgarantie“ durchringen, dass die Beiträge zu allen Sicherungssystemen seitens der Sozialversicherungsträger 40 Prozent nicht überschreiten dürfen, der Rest kommt aus dem Bundeshaushalt – eine Rechnung, die wohl gerade bis zur Bundestagswahl im Herbst aufgeht. Ein Schelm…?

Kurbelt drohende Arbeitslosigkeit Pflichtbeiträge an?

Eine gewisse Unsicherheit bleibt vor allem aufgrund der sogenannten Pandemie-Kosten. Bislang machten die Krankenkassen noch Gewinn – vor allem weil die Versicherten im Jahr 2020 weniger Reha-Angebote und Therapien in Anspruch nahmen, auch Termine beim Zahnarzt brachen ein. Auch die Verschiebung von Operationen und die Angst von Leuten, wegen Corona zum Arzt zu gehen, schlug sich in einem Nettogewinn nieder.

Bei einer Fortsetzung der Lockdowns droht allerdings ein Anstieg der Arbeitslosigkeit – und in der Folge ein Abfall der Beitragszahlungen. Die Krankenkassen könnten dies auf die Beitragszahler abwälzen. Etwa, indem sie entweder die Leistungen empfindlich zurückfahren oder die Beiträge saftig erhöhen. Die Linkspartei will daher nun Spitzenverdiener bis zu einer deutlich höheren Grenze besteuern, als sogenannten „Corona-Soli“.

Was bedeuten Impfschäden für die Beitragszahler?

Noch nicht abschätzbar ist in dieser Prognose übrigens, welche Langzeitfolgen die breite Impfung der Bevölkerung bedeutet. Bei schweren Langzeitschäden könnten zahlreiche Beitragszahler entfallen. Jahrelange Kosten dürften für die Allgemeinheit entstehen, die dann auch in höheren Beiträgen münden könnten. Die Haftung für Impfschäden seitens der Hersteller wurde jedenfalls längst auf EU-Geheiß herabgesetzt.

Unklar ist auch, ob Impfschäden von den Krankenkassen in der Gruppe der „Corona-Spätfolgen“ summiert werden. In diesem Fall fiele auch der Ausweg über eine private Krankenversicherung flach. Denn wie die „Süddeutsche Zeitung“ unlängst berichtete, könnten von „Corona-Spätfolgen“ betroffene Personen einen weitaus höheren Beitrag zahlen müssen…