In den Direktorenstuben der diversen Gebietskrankenkassen quer durch Österreich grassiert die Angst vor der großen Sozialversicherungsreform der Bundesregierung. In Zukunft sollen die neun Landesableger der Kasse zur Österreichischen Gesundheitskasse zusammengelegt werden.

Was in der Privatwirtschaft als Coup gefeiert worden wäre, bei dem gescheite Leute „Synergieeffekte“ oder ähnliches attestieren würden, wird von den Führungskräften im öffentlichen Bereich natürlich völlig anders gesehen.

Blaues Wunder

Auch dort wird immer wieder gerne mit neumodernen Begriffen wie „New Public Mangement“ hantiert, aber die Amtsmentalität kann man natürlich auch durch Begriffsumfärbungen nicht so einfach aus den Köpfen bekommen – schon gar nicht bei den werten Herren und Damen Direktoren und FührungskräftInnen. Organisationen, die sich mehr über den korrekten Einsatz des Binnen-Is sorgen, als über Effizienzsteigerungen innerhalb der Einrichtung, dürfen sich nicht wundern, wenn sie am Ende des Tages ein blaues Wunder ereilt.

Und trotzdem, für die Landesableger der neuen Kasse ist es eine Chance, sich von dem ein oder anderen Ballast zu entledigen und natürlich auch von jeder Menge Staub, der sich über die Jahrzehnte dort angesammelt hat. Es bleibt zu hoffen, dass durch die Reform jene innovativen Mitarbeiter in die erste Reihe treten können, die bisher immer am System selbst und an der Mentalität der Führungskräfte gescheitert sind…