Morgen wird der linke Demokrat, Joseph Robinette Biden, nach einer umstrittenen Wahl, die US-Präsident Donald Trump als „Diebstahl“ bezeichnet, als neuer amerikanischer Staatschef angelobt. Dafür wurde Washington zum Hochsicherheitstrakt gemacht. 25.000 Soldaten der US-Nationalgarde, aus allen 50 Bundesstaaten wurden in der Stadt zusammengezogen.

Von Kornelia Kirchweger

Zum Vergleich: in Afghanistan sind gerade einmal 2.500 US-Soldaten stationiert. Der Festakt soll ohne große Parade stattfinden. Die Bürger wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Trump wird der Amtseinführung nicht beiwohnen.

Biden-Krönung wie in einer Militärdiktatur

2.000 Nationalgardisten wurden zudem als US-Marshalls vereidigt. Sie haben damit, zeitlich begrenzt, ähnliche Sicherheits-Kompetenzen wie die Polizei. Es gab auch eine verstärkte Überprüfungen der Nationalgardisten hinsichtlich Kontakten zu „extremistischen Gruppen“. Kritiker sprechen von einem bedenklichen Symbolismus, der an eine Militärdiktatur erinnert. 45 Mio US-Dollar kosten die einzigartigen Sicherheitsmaßnahmen für Joe Biden.

Bei der Trump-Angelobung 2017 waren es 27 Mio US-Dollar. Zusätzlich sind auch Beamte des FBI, des US-Geheimdienstes, des Innenministeriums, die US-Kapitol-Polizei sowie die Washingtoner Polizei im Einsatz. Armee-Hubschrauber beobachten die Stadt aus der Luft. Straßen und Brücken werden gesperrt, an den Flughäfen gibt es verschärfte Kontrollen. Geschäftsleute haben aus Angst vor Chaos und Plünderern bereits Büros und Geschäfte vernagelt. Vielleicht in Erinnerung an den vorangegangen Sommer, wo Black Lives Matter Aktivisten viele Städte verwüsteten, die Nationalgarde war damals nicht zu sehen.

Invasion vom Mars?

Stacheldrahtzäune, Sicherheitskontrollen, Barrikaden, Militärfahrzeuge und schwer bewaffnete Wachen werden damit zum Aushängeschild der Amtseinführung Joe Bidens. Befürchtet man eine Invasion vom Mars, fragen sich manche. Wovor habe man Angst, wo doch 80 Millionen Menschen Biden gewählt haben, heißt es auch. Laut Bundesbehörden werden auch Online-Chats verfolgt, um dort potenzielle Bedrohungen für das große Event zu verfolgen – unter anderem bewaffnete Proteste, eine mögliche Bedrohung des Kapitols, etc. Vielleicht hat man ja aus dem „Sturm auf  das Kapitol“, am 6. Jänner, gelernt. Pläne dazu kursierten bereits Tage davor in Chats und auch Geheimdienste und die Kapitol-Polizei wussten davon. Auch über die Infiltration der Trump-Fans vor dem Kapitol durch Antifa-Aktivisten.

Trump appelliert an Bürger: keine Gewalt!

Trump hat schon vor einiger Zeit betont, dass er für eine geordnete Übergabe und eine sichere Amtseinführung Bidens stehe. In einer Erklärung letzten Mittwoch rief er die Amerikaner erneut dazu auf, keine Gewalt anzuwenden: „Angesichts der Berichte über weitere Demonstrationen fordere ich, dass es keine Gewalt, keine Gesetzesverstöße und keine Zerstörungswut jeglicher Art geben darf… Dafür stehe ich nicht, und dafür steht Amerika nicht. Ich fordere alle Amerikaner auf, Spannungen abzubauen und die Gemüter zu beruhigen“.