Sicherheitslandesrat Elmar Podgorschek mit dem Präsidenten des Zivilschutzverbandes OÖ, Michael Hammer

2017 war ein erfolgreiches Jahr für den Zivilschutz. Mit zahlreichen Projekten wurde die individuelle Krisenvorsorge gefördert und das Bewusstsein zur Eigenverantwortung gestärkt. Oberösterreichs Sicherheits-Landesrat Elmar Podgorschek und der regionale Zivilschutz-Präsident Mag.- Michael Hammer haben jetzt aktuelle Maßnahmen und Projekte vorgestellt.

In Oberösterreich herrscht ein reges Interesse am Zivilschutz. So besuchten 5.649 Personen 2017 einen Zivilschutz-Vortrag. Alleine in den Statutarstädten wurden 37 Ausstellungen organisiert.

Großer Andrang bei Vorträgen

Im Mittelpunkt der Aufklärungsarbeit stand dabei die Thematik „BLACKOUT – ein Stromausfall der alles verändert“, in welcher zahlreiche Fragen zum Krisenfall erörtert wurden.

Auch das Bundesheer wurde über die Gefahren von Stromausfällen informiert: In jeder oberösterreichischen Kaserne fand deshalb mindestens ein Zivilschutz-Workshop zum Thema Blackout statt. 884 Grundwehrdiener und Mitglieder des Kader-Personals wurden dadurch in 24 Veranstaltungen informiert.

Du bist selbst verantwortlich!

Neben den Behörden sind es jedoch vorallem Privatpersonen, die sich selbstständig zum Thema Zivilschutz informieren und vorbereiten wollen.

Das Interesse am Thema Krisenvorsorge hat in den letzten Jahren stark zugenommen – auch aufgrund zunehmender Unsicherheit durch Einwanderungsströme, Terrorgefahr und ein instabiles Finanz- und Sozialsystem.

Vorsorgen schützt vor Sorgen – Am 1. Oktober ist Zivilschutztag

Vorsorgen sehr wichtig

„Vorsorgen für den Katastrophenfall, egal ob Blackout oder Naturkatastrophe, ist essentiell, aber auch sehr einfach“, betont der oberösterreichische Zivilschutz-Präsident Michael Hammer.

Die Vorbereitung gliedert sich dabei in die drei Bereiche: ausreichende Lebensmittel, technische Hilfsgeräte und Medikamente/Hygieneartikel. Ziel des Zivilschutzes sei es, so Hammer, dass jeder Bürger eine Woche ohne fremde Hilfe und ohne sein Haus zu verlassen überleben könne.

Nahrung, Wasser, Information

Die Wichtigkeit von ausreichender Vorbereitung betont auch der freiheitliche Sicherheitslandesrat Elmar Podgorschek: „Ein ausreichender Lebensmittel-Notvorrat ist die Basis eines krisenfesten Haushaltes. Bevorratung ist eine einfache Form der Vorsorge, die jeder ganz leicht durchführen kann, um für den Ernstfall gerüstet zu sein.“

Mehl, Zucker, Reis und Teigwaren, Haferflocken, Dosen- und Fertiggerichte sind dabei ideal für den Notvorrat. Daneben sollte man ausreichend Trinkwasser (zwei Liter je Person und Tag) und Wasser zur Hygiene bevorraten.

Landesrat: Wenn sich nix ändert, kommt Bürgerkrieg

Auf haltbare Produkte achten

Wichtig ist es dabei Produkte zu lagern, die mindestens ein Jahr lang haltbar sind – auch um den Aufwand beim Austausch der Produkte so gering wie möglich zu halten. Empfohlen wird dazu der 1. Samstag im Oktober, der Zivilschutztag. An diesem Tag ertönen auch die Zivilschutz- Sirenensignale in einem Probealarm.

Neben Nahrung- und Wasservorräten ist der Faktor Information im Fall einer Katastrophe sehr wichtig. Ein Notfallradio – idealerweise als kurbelbetriebenes Kombigerät (Notbeleuchtung und Radio) – wird dabei empfohlen. Notkochstellen z.B. mit Sicherheitsbrennpaste gehören ebenfalls zu einer guten Krisenvorsorge. Kochbücher, Brennpaste, Taschenlampe, sowie Nahrungspakete kann man auf www.zivilschutz-ooe.at bestellen.

Schulen, SMS und Strahlenschutz

Neben der intensiven Behandlung des Themas Krisenvorsorge gab es 2017 eine große Projektvielfalt. So etwa Kibuki, dem Kinderbuchkino „Buki und Safety sicher unterwegs“, in welchem Kinder ab drei Jahren kreativ, interaktiv, spielerisch und trotzdem lehrreich an den Umgang mit Sicherheit herangeführt wurden.

Zudem wurden 17.469 Kinderwarnwesten an alle Taferlklassler verteilt. Bei der Zivilschutz-Kindersicherheitsolympiade „Safety Tour“ lernen Kinder in den den dritten und vierten Volksschulklassen bewusst mit Gefahren umzugehen. An ihr nahmen 2.500 Kinder in insgesamt zwölf Bezirksbewerben teil.

Auch Schüler sollen auf den Krisenfall vorbereitet werden.

Sicherheitstag für Schulen

Heuer soll zudem zum zweiten Mal der Landessicherheitstag für Schulen „DU bist wichtig“ stattfinden (2. und 3. Juli), da er 2017 ein großer Erfolg war, betont Sicherheitslandesrat Podgorschek.

Beim Schwerpunkt Strahlenschutz erhielten Schulen 2017 insgesamt 391 Notfallsets, zudem wurden 25 Beratungen zur Erstellung eines auf die jeweilige Schule bezogenen Strahlenalarmplanes durchgeführt.

Bädertour

Zivilschutz-SMS: 2018 soll ein SMS-Dienst eingerichtet werden, durch den die Bürger optimal und kostenlos in Katastrophenfällen informiert werden können.

Die 2017 gestartete Zivilschutz-Bädertour wird im heurigen Sommer fortgesetzt. Der Fokus liegt dabei auf den Gefahren im und am Wasser. Zielgruppe sind hierbei Kinder und Jugendliche, sowie Eltern.