Bundeskanzler Sebastian Kurz ist ein »Ziehkind« der Globalisten. Er will, ebenso wie die Machteliten, einen gravierenden Umbruch der Gesellschaft erreichen, der zu Lasten der normalen Bürger gehen wird. Dabei scheut er sich auch nicht an Treffen teilzunehmen, die in absoluter Geheimhaltung abgehalten werden. Die Kritik wird immer lauter. Ist der Lack bei »Basti Fantasti« bald vollends ab?

  • Streng geheimes Treffen beim „Yellowstone Weekend“ unterlag den sogenannten „Chatham House Regeln“: Es darf über Inhalte gesprochen werden, nicht aber über deren Urheber
  • Scharfe Kritik vom Mitbewerber, weil er daran nicht als Privatperson sondern als österreichischer Bundeskanzler die heimischen Interessen verkaufte
  • Lange Historie der Teilnahme an solchen Geheimtreffen insbesondere mit US-IT-Firmen und anderen Weltenlenkern
  • Netzwerkerei sorgt vor allem durch innenpolitische Postenschacher-Vorwürfe für Aufregung
  • Trotzdem scheint Kurz seine Netzwerker-Fähigkeiten vor allem dafür einzusetzen, um mit seinen Globalisten-Freunden auf Linie zu agieren

von Guido Grandt

Die bisherigen Teile der Reihe „Kurz, die Globalisten & die ’schöne neue Welt'“ lesen Sie hier: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Die Köpfe mit den Eliten zusammengesteckt

Im Juli 2021 trat der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu einer umstrittenen Reise in die Vereinigten Staaten an. Umstritten deshalb, weil der Spitzenpolitiker nicht nur am UNO-Gipfeltreffen zur Pandemie-Bekämpfung teilnahm und sich unter anderem mit Medienmogul Michael Bloomberg zusammensetzte, sondern auch zum sogenannten „Yellowstone Weekend“ weiterreiste.

Dort traf er sich unter strenger Geheimhaltung beim Ex-CEO von Google, Eric Schmidt, mit der globalen Weltelite, sprich mit internationalen Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Medien und Politik. Darunter Microsoft-Gründer Bill Gates, Apple-CEO Tim Cook, Facebook-CEO Mark Zuckerberg, Amazon-Vorstandschef Jeff Bezos und anderen. Nimmt man die britische Daily Mail wörtlich, soll dort über das „weitere Schicksal der Welt“ beraten worden sein.

Kurz und das Globalisten-Treffen: Alles geheim!

Natürlich stellt sich unmittelbar die Frage, warum diese Art Treffen, wie übrigens auch die der Bilderberger oder der Freimaurerlogen, „geheim“ sein müssen, wenn es doch nichts zu verbergen gibt? Diese Nicht-Transparenz in Elite-Netzwerken und Geheimclubs macht von sich aus schon misstrauisch. Deshalb darf man sich auch nicht wundern, dass dementsprechende „Verschwörungstheorien“ entstehen. Zudem werden in diesen „privaten“ Räumen Informationen preisgegeben, die doch eigentlich und gerade für eine breite Öffentlichkeit von Relevanz sind.

Chatham House-Regel als Debatten-Maßstab

Gerechtfertigt werden diese „Geheimhaltungen“ damit, dass offenbar nur so ein wirklich freier Gedankenaustausch möglich sei. Denn somit hätten weder Politiker noch Wirtschaftslenker Angst davor, bei jeder Äußerung sofort zitiert zu werden. Mitunter aber wird die sogenannte Chatham-House-Regel angeführt, die die Weitergabe von Inhalten vertraulicher Gespräche an Dritte regelt.

Darin heißt es beispielsweise: „Bei Veranstaltungen (oder Teilen von Veranstaltungen), die unter die Chatham-House-Regel fallen, ist den Teilnehmern die freie Verwendung der erhaltenen Informationen unter der Bedingung gestattet, dass weder die Identität noch die Zugehörigkeit von Rednern oder anderen Teilnehmern preisgegeben werden dürfen.“ Demnach darf zwar über die diskutierten Inhalte gesprochen werden, nicht aber darüber, wer was gesagt hat.

Globalisten oder Bürger: Auf welcher Seite steht Kurz?

Letztlich werfen Kritiker dem Bundeskanzler vor, sich beim „Yellowstone Weekend“ mit Personen getroffenen zu haben, denen das Schicksal, die Sorgen und Nöte einzelner Menschen herzlich egal sei. Denn dieses Klientel sei finanzieller Hauptprofiteur des Globalismus, das längst schon das angehäufte Kapital zur Steuerung der Politik einsetze. Dabei würde Kurz an der Seite dieser weltumspannenden Konzerne stehen, die er in ihrer „Steuervermeidungspolitik“ noch bestärke.

Der Kanzler jedenfalls würde nicht als Privatperson an diesen Geldelite-Meetings der selbsternannten Weltenlenker teilnehmen, sondern als österreichischer Regierungschef. Genau das hätte mit der so hochgehaltenen „Demokratie“ nicht mehr viel zu tun. Zumindest, so Medienberichte, soll Kurz bereits 2018 die Silicon-Valley-Giganten auf eine in der EU drohende Digitalsteuer aufmerksam gemacht haben. Oder anders ausgedrückt: Er hat zuvor schon aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen geplaudert.

Selbst auf Twitter hagelt es nur so Kritik für den einstigen Politik-Shootingstar. Unzählige „KurzMussWeg“-Hashtags belegen dies.

Die „Entzauberung“ von Kanzler Kurz

Auch aus dem Ausland, konkreter aus Deutschland, weht dem österreichischen Regierungschef mitunter ein recht steifer medialer Wind entgegen. Schon im Juli 2020 kritisierte die deutsche Wochenzeitung Zeit in ihrem Artikel „Eine Karriere auf Kosten Europas“ den Kanzler: „Kurz‘ Trick, auf dem er seine auch in Deutschland so bewunderte Karriere aufgebaut hat, ist verblüffend trivial und trotzdem erfolgreich: Er gibt vor, gegen Dinge zu kämpfen, die keiner verlangt. Wenn diese Dinge dann, logischerweise, nicht eintreten, feiert er das als seinen Erfolg.“

Und: „Verbunden mit einer hochprofessionellen Kommunikation geht die Strategie fast immer auf, in österreichischen Provinzpossen wie im Großen, in den europäischen Bemühungen, die Wirtschaftskrise in der Pandemie in den Griff zu bekommen.“ Allerdings resümierte die Zeit falsch, dass kurz „nie Visionen“ gehabt hätte, sondern sich stets bereits vorhandener Stimmungen bediente, wie etwa in der Frage der Migration, der Flüchtlingsrouten, des angeblichen Versagens der EU. Denn Visionen hat ein Sebastian kurz wahrlich, nämlich die der Machtelite, der Globalisten, die die Welt nach ihrem Duktus verändern wollen, wie ausführlich aufgezeigt.

„Basti Fantasti, das war einmal“

Auch das ZDF rechnete im April 2021 im Auslandsjournal im TV-Beitrag „Skandale, Amigos und Wiener Filz – Die Entzauberung von Kanzler Kurz“ mit dem jüngsten Regierungschef Europas ab. Darin heißt es unter anderem: „Österreichs Sebastian Kurz galt lange als junger, aufstrebender Politiker. Doch nun sind Chatprotokolle aufgetaucht, die belegen, dass er sich über Jahre ein Netz aus Seilschaften gestrickt hat.“

Das „Wunderkind“ der europäischen Konservativen, der einst eine „andere“ Politik versprach, müsse nun hart einstecken. Dabei erinnert die ZDF-Korrespondentin Britta Hilpert „an das Kurz‘-Versprechen nach der Machtübernahme in der ÖVP, einen neuen Stil in die Politik zu bringen und der Packelei ein Ende zu setzen.“  Allerdings würden seine Aussagen mit der Postenschacher-Diskussion und den Chat-Protokollen kontrastierten, die die ÖVP rund um die Bestellung von Thomas Schmid als Öbag-Chef in Bedrängnis brachten. „Das Resümee: ‚Basti Fantasti, das war einmal.‘“[8]

Der Lack ist ab

Im Mai 2021 legte die deutsche Tageszeitung taz nach: „Österreichs Kanzler Sebastian Kurz wird von der Justiz demontiert. Sein Image als smarter Jungpolitiker wird nachhaltig Schaden nehmen.“ Und das, obwohl er im Wahlkampf „Zeit für Veränderung“ plakatierte und doch die alten Gewohnheiten des Postenschachers, der Vetternwirtschaft und der Klientelpflege fortsetzte.

Die taz weiter: „Der Unterschied ist einzig, dass jetzt vor allem Leute aus der Seilschaft des Sebastian Kurz zum Zug kommen: junge, ideologiebefreite Neokonservative, die nach Karriere, Geld und Macht streben. Posten werden nach Loyalität, nicht nach Kompetenz besetzt. Bedient wird, wer zur ‚Familie‘ gehört, wie aus den von der Justiz durchforsteten Chatprotokollen hervorgeht. Auch Unternehmer, die sich durch großzügige Parteispenden ausgezeichnet haben, dürfen mit Wohlwollen rechnen und Familienmitglieder in gut dotierte Aufsichtsratsposten schicken.“ Die taz resümiert: „Der Lack des Messias ohne Fehl und Tadel ist ab.“

Aber eines ist gewiss: Bundeskanzler Sebastian Kurz, die Globalisten, der „Grosse Umbruch“ und seine ganz eigene Last, die auf seinen Schultern ruht, wird Österreich noch lange beschäftigen.

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