Weil er nach dem Terror-Anschlag in Wien ein kritisches Posting auf Facebook verfasst hat, wurde der Direktor des Gymnasiums Wolfgarten der Diözese Eisenstadt mit sofortiger Wirkung suspendiert

Der Wortlaut seines Postings: „Terror in Wien! Refugees welcome!,,,“ (sic)
Der Leiter des bischöflichen Sekretariats der Diözese Eisenstadt sagte dazu: „Der Direktor der Schule hat ein sehr unglückliches Posting getätigt, wo er die mörderischen Anschläge in Wien in einen direkten Zusammenhang mit Flüchtlingen bringt. Damit wurde eine rote Linie überschritten, die einfach nicht überschritten werden darf.“ Mit den Werten, für die die Kirche eintrete, sei das nicht vereinbar. Ein solches Posting, gerade von einem Pädagogen in leitender Position, trage zur „Polarisierung und Destabilisierung unserer Gesellschaft“ bei.

Besonders der Bischof Ägidius Zsifkovics soll von dem Posting „sehr betroffen“ gewesen sein – nicht zuletzt, da er selbst sich für Asylwerber in den letzten Jahren „sehr, sehr stark gemacht“ habe. 

Schon seit 20 Jahren Direktor der Schule

Der suspendierte Direktor hatte sein Amt an der Schule schon im Jahr 2000 übernommen; seit 1985 war er Lehrer an dem Gymnasium gewesen. Dennoch: Sein kurzer, offensichtlich emotionaler Ausbruch soll wohl genügt haben, um seine Karriere zu beenden. Der Sekretariatsleiter der Diözese hält eine Rückkehr des Direktors an die Schule für schwer vorstellbar.

Linke sind empört über das Posting

Linke zeigten sich schon vor der Suspendierung von dem Posting des Direktors stark getriggert: An Schulen solle doch „Toleranz und Respekt“ gelehrt werden, nicht „Hass und Hetze“, findet beispielsweise die Vorsitzende der Sozialistischen Jugend. Inwieweit die zahlreichen islamistischen Terroristen, die in den vergangenen Wochen für schockierende Schlagzeilen gesorgt haben, „Toleranz und Respekt“ zeigten, bleibt fraglich. Viele von ihnen kamen erwiesenermaßen als sogenannte Flüchtlinge ins Land – der Zusammenhang von Terrorismus mit Asylwerbern ist ergo schlichtweg nicht von der Hand zu weisen.

Kritik an Suspendierung von der FPÖ

Die FPÖ kritisiert die Entscheidung des Bischofs: Christian Ries, Landesparteisekretär der FPÖ Burgenland, hält die Suspendierung für überzogen. Immerhin habe der Direktor das Posting längst wieder entfernt. „Überdies herrscht in Österreich auch Meinungsfreiheit, damit sollte selbst die katholische Kirche in der Zwischenzeit vertraut sein“, so Ries.