In einer Kolumne für die Krone hat hoch dekorierter Gesundheits-Journalist am Sonntag mit fragwürdigen Aussagen für Aufsehen gesorgt.

Der Kommentar von Wolfgang Exel – immerhin Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Ärztekammer für Wien – beschäftigt sich mit der Impf-Frage und lässt über Gegner einer Pflicht einiges vom Stapel. Gleich eingangs skandalisiert er etwa, dass Teilnehmer einer „Anti-Impf-Demo“ ihr „Recht auf persönliche Freiheit“ skandiert hätten. und auf Tafeln eingefordert.

Exel spricht Nicht-Impfern die Intelligenz ab

Exel hat dafür kein Verständnis, denn dies sei auch ein Argument von Menschen, die fahrlässig in Bergnot gerieten. Zahlreiche Helfer würden dabei „auf dem Altar der Verantwortlungslosigkeit, pardon: der persönlichen Freiheit“ geopfert. Impfgegnern will er freilich ein „Grundrecht auf Sterben“ zubilligen. Sie dürften aber nicht „andere mit in den Tod reißen“.

Personen, welche auf Schutz verzichten – gemeint sind Nicht-Geimpfte – wären nämlich „Denkschwache“, welche alle gefährden würden. Dagegen würden „mit normaler Intelligenz ausgestattete Mitbürger“ der Entscheidung der Regierung, wie man mit einem Impfstoff umgehe.

„Grundrechte nur in kranken Gehirnen verankert“

In diesem Punkt befürwortet Exel einen Impfzwang: „Erfreulicherweise diskutieren türkise und grüne Politiker bereits über eine Impfpflicht. Insgesamt sei „Gesundheit wirklich das höchste Gut“. Diese stehe für ihn über allem – „auch über Grundrechten, die im konkreten Fall wohl nur in kranken Gehirnen verankert sind“. Damit pathologisiert ein Journalist im reichweitenstärksten Medium des Landes Menschen, die auf ihre Bürgerrechte pochen…

Dritte Option wäre: Information ohne Zwang

Auf die dritte Option – etwa die Entwicklung eines Impfstoffes generell als sinnvoll zu erachten, aber auf den freien Willen der Menschen zu setzen – verschwendet Exel hingegen gar keinen Gedanken.

FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak erklärte gegenüber dem Wochenblick, dass dies der Standpunkt seiner Partei sei: „In der Bevölkerung ist schon jetzt ein ausreichendes Bewusstsein für die Sinnhaftigkeit einer Impfung vorhanden […] wir setzen auf eine umfassende Information und ein niederschwelliges Angebot“.

Wochenblick-Kommentar: „Zwang ist bedenklich“

Die Problematik einer verpflichtenden Impfung stellte Elsa Mittmannsgruber dabei auch in ihrem Kommentar heraus: „Bedenklich ist vor allem eines: Der Zwang. Wir sind mündige Bürger und kein Vieh. Wir müssen selbst entscheiden können, was mit unseren Körpern geschieht.“ Kaum getestete Impfstoffe per Pflicht injizieren zu lassen und dafür sogar die Verfassungsrechte auszuhebeln sei jedenfalls „äußerst fragwürdig“.

Der Wochenblick widmete sich kürzlich in der Printausgabe No. 16/20 vom 23. April der Frage nach einer möglichen Impfpflicht schwerpunktmäßig und erkundete verschiedene Standpunkte zu dieser brisanten Thematik.