Afrika-Schau in Leipziger Zoo wegen „Rassismus“ abgesagt

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Publikum, Teilnehmer und Veranstalter fassungslos:

Afrika-Schau in Leipziger Zoo wegen „Rassismus“ abgesagt

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Inhalt

Diese Woche hat der Leipziger Stadtrat mit 36 Stimmen von Linken, Grünen, SPD und FDP beschlossen, dass der städtische Zoos seine Shows über Afrika und Südamerika mindestens bis Jahresende nicht mehr abhalten darf. Der Druck zu dieser Entscheidung kam vom Migrantenbeirat. Als Grund wurde angegeben: „Durch die verwendete Form der Rhetorik, Bildsprache und Darstellung dieser Abende werden Klischees über Afrika, Asien sowie Süd- und Mittelamerika reproduziert und ganze Kontinente auf essentielle Merkmale reduziert.“

Dass nicht länger die vermeintlichen Opfer und Betroffenen selbst darüber befinden sollen, wann sie sich „rassistisch beleidigt“ oder „diskriminiert“ fühlen, sondern dass ihnen dies von „kultursensiblen“ linken Sittenwächtern abgenommen wird, ist ein spätestens seit „Black Lives Matter“ auch in Deutschland verbreitetes Phänomen. Weiße oder Funktionäre der „Migranten-Lobby“ meinen, besser zu wissen und exklusiv darüber entscheiden zu dürfen, wann etwas als politisch anstößig zu gelten hat. Im Fall des Leipziger Zoos fällt damit ausgerechnet eine Veranstaltung unter das „Rassismus“-Etikett, die eigentlich dem genauen Gegenteil dient – der Förderung von Austausch und Interesse an afrikanischer Kultur, organisiert und in Szene gesetzt von afrikanischen Musikern, Künstlern und Köchen.

Alles schonmal dagewesen, mit anderen Vorzeichen

Weil die Präsentation der Veranstaltung bei den Paranoikern „kultureller Aneignung“ und Kämpfern gegen Phantom-Rassismus in den linken Ratsfraktionen offenbar toxische Assoziationen erzeugte („ein aufregender Streifzug durch die Savanne“), wurde von der Kommunalpolitik kurzerhand beschlossen, dass die Show solange nicht stattfinden darf, bis sie „überarbeitet“ und um „missverständliche” Inhalte bereinigt worden sei.

Hierzu muss der Zoo sich nun gezwungenermaßen mit dem Migrantenbeirat, der Universität und dem Museum für Völkerkunde zusammensetzen, um sich Instruktionen abzuholen, wie die Shows künftig auszusehen haben, um dem antirassistischen Furor der entsprechenden Gremien Genüge zu tun. Es ist formal praktisch dasselbe, wie in der DDR. Auch da bestimmten Behörden, welche systemtreuen Künstler es durch die Zensur schafften. Doch solche Parallelen fallen den woken Irren gar nicht mehr auf.

Die nun um ihre Arbeit gebrachten einheimischen Künstler – die nicht zuletzt gerne bei den Shows auftreten, um dem Leipziger Publikum ihre Heimat näherzubringen -, sahen natürlich keinen Grund für die Unterbrechung der Veranstaltungen. Doch was zählen schon die Stimmen von Schwarzen, wenn woke Weiße Rassismus dekretieren?

Farce antikolonialistischer Aktivisten

Betrieben wird diese absurde Farce von der Arbeitsgruppe Leipzig Postkolonial, die wiederum Teil des „Vereins Engagierte Wissenschaft e.V.“ ist. Nach eigenen Angaben setzt die Gruppe sich „mit der Rolle Leipzigs und Leipziger Akteur*innen in der Geschichte des deutschen Kolonialismus auseinander“ und zeigt „deren Nachwirkungen in der Gesellschaft, im städtischen Raum und in Institutionen wie zum Beispiel öffentlichen Museen.”

In der Selbstauskunft der dubiosen Organisation heißt es außerdem: „Weiterhin thematisieren wir die fortwährende ungerechte Verteilung von Reichtum, Ressourcen und politischem Einfluss aufgrund kolonialer Kontinuitäten. Hierfür nutzen wir den Begriff der Kolonialität, der es erlaubt, heutige Machtverhältnisse, die im Kolonialismus entstanden sind, im Zusammenhang mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem zu analysieren, für das die soziale Klassifikation von Menschen um das Konstrukt der Rasse genutzt wurde.“

Die „Arbeit“ dieser missionarischen Dogmatiker besteht desweiteren darin, dafür Sorge zu tragen, „dass Leipziger Institutionen wie der Leipziger Zoo ihre koloniale Vergangenheit offenlegen. Wir schreiben offene Briefe und Presseerklärungen, sind in den lokalen Medien vertreten, sprechen auf Demonstrationen, organisieren Veranstaltungen und Ausstellungen, halten Workshops ab und führen postkoloniale Stadtrundgänge durch. Wir fördern aktiv die Leipziger Erinnerungskultur, indem wir Mahnwachen und Gedenkveranstaltungen organisieren, um die Geschichte des antikolonialen Widerstandes darzustellen und ein ehrendes Gedenken an die Opfer von Kolonialismus und Rassismus möglich zu machen.“

Projektion vom Feinsten

Was hinter all diesem Geschwafel steckt, liegt auf der Hand: Es handelt sich hier schlicht um lupenreine Linksradikale, die verquaste, ideologisch eingefärbte Denkmuster auf die deutsche Geschichte zurückübertragen und von dort wieder auf die Gegenwart projizieren. Das Verstörende ist, dass sich der Zoo – neben den genannten akademischen und politischen „Anstandswauwaus“ – auch mit dieser Gruppe auseinandersetzen und deren Zustimmung einholen muss, wenn er seine Shows fortsetzen will. Wegen eines solchen blühenden Blödsinns müssen sich der Zoo, die Künstler und das Publikum rundum beliebter Veranstaltungen, mit denen vor, auf und hinter der Bühne niemand ein Problem hatte, nun in Mithaftung für angeblich fortbestehende rassistische Grundmuster aus dem 19. Jahrhundert nehmen lassen.

Mohammed Okasha, der Co-Vorsitzende des Migrantenbeirats in Leipzig, frohlockte hingegen über das Verbot: Dieses sei „das Ergebnis eines zweijährigen Kampfes“, sagte er allen Ernstes. Und weiter: „Afrika live erleben. Afrika als riesiger Kontinent. Oder Südamerika oder Asien. Und das verkürzt auf einen Abend und exotisches Essen. Als ob alle Afrikaner und Afrikanerinnen dieses Essen essen oder sich so bewegen oder sich so bekleiden.“

Harsche Kritik auch von der Opposition im Rat

Andrea Niermann (CDU) kritisierte, dass der sehr erfolgreiche Zoo an die Kette gelegt werden solle, obwohl er sich seit über 20 Jahren auch mit der kolonialen Vergangenheit auseinandersetze. Die AfD bezeichnete den Antrag als hysterisch, weil eine mehr als hundert Jahre zurückliegende Völkerschau als Vergleich herangezogen werde.

Der bedrängte Zoo wehrte sich verzweifelt, aber letztlich erfolglos gegen diese haltlose Diffamierungskampagne: Er distanzierte sich nicht nur von jeder Form von Rassismus und Ausgrenzung, sondern verwahrte sich auch „entschieden gegen Vorwürfe, die ihm rassistisches Verhalten und die Fortsetzung kolonialistischen Handelns sowie die Reproduktion von rassistischen Stereotypen vorwerfen.” Der Vergleich mit Völkerschauen stelle die Mündigkeit der Künstler sowie ihre Berufsfreiheit in Abrede, ebenso wie das verantwortungsbewusste soziale und wirtschaftliche Handeln des Leipziger Zoos. Man werde nun den Dialog mit dem Migrantenbeirat unter Einbeziehung der beteiligten Künstler und im Sinne der kulturellen Vielfalt sowie Berufsfreiheit fortsetzen.

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