Das Erbe des legendären "Reimmichl"

Das Erbe des legendären "Reimmichl"

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

Am 28. Mai 2017 jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag des Tiroler Priesters, Publizisten, Geschichtenerzählers und „Kalendermannes“ Sebastian Rieger, besser bekannt als „Reimmichl“.

Der 1867 in St. Veit im Defereggental geborene Mann ist auf Grund seiner seelsorglichen, sozialen und literarischen Tätigkeit weit über seine Heimat hinaus eine Ikone der Volkskunde und Brauchtumspflege. „Ich habe im Land Tirol vier Generationen … erlebt, nämlich die Jetztlebenden, ihre Eltern, ihre Großeltern und ihre Urgroßeltern… Für diese Generationen eurer Urgroßeltern habe ich meine ersten Geschichten geschrieben … Mit den nachfolgenden Generationen war ich noch enger verknüpft. Alle Geschichten sind einer dieser vier Geschlechterfolgen eingebaut, auf sie gemessen und zugerichtet.“ Mit diesen Sätzen zog der legendäre „Reimmichl“ 1953, in seinem Todesjahr, Bilanz über sein Werk. Es hat seine Strahlkraft bis heute bewahrt. Der Verlag Tyrolia brachte für das Jubiläumsjahr „Das große Reimmichl-Lesebuch“ heraus, das sowohl die Biografie des hochgebildeten und beliebten Geistlichen als auch eine treffende Auswahl aus seinem vielseitigen Werk enthält. Darin befinden sich beliebte Klassiker wie „Der Nant“ oder der „Spezial-Mair“, autobiografische Erzählungen wie „Der Kugel-Klaus“ oder „Wenn die Berge erwachen“ sowie Beiträge über die Reisen des Sebastian Rieger („Bilder aus Paris“, „Im Land der Mitternachtssonne“).

Der Robin Hood von St. Veit

In die Biografie des Volksschriftstellers fließen immer wieder Zeitbilder der einzelnen Lebensabschnitte ein, die wertvolle Informationen zu Heimatkunde und Brauchtum liefern. So erfährt man zum Beispiel, das sein Vater Johann ein geschäftstüchtiger Wanderhändler war, der es zu Wohlstand brachte, Bürgermeister seiner Heimatgemeinde St. Veit im Defereggental wurde und sein Kapital in die Unterstützung seiner ärmeren Mitbürger fließen ließ. Diese soziale Ader hat auch seinen Sohn Sebastian ausgezeichnet.

Seit fast 100 Jahren ist der “Reimmichl”-Kalender ein Erfolg

Dieser unterschrieb seine Korrespondenz übrigens stets mit „Wastl“, dem Rufnamen aus seiner Kindheit. Den Namen „Reimmichl“ verdankt er dem Schuster Michael Rogger aus Sexten, dessen „Reimereien“ dem damals noch jungen Kooperator Rieger Stoff für Geschichten im „Tiroler Volksboten“ lieferten. Diese veröffentlichte der Geistliche unter dem Sammeltitel „Was der Michl erzählt“. Worauf ihn Rogger zum „Reimmichl“ machte und mit diesem Namen ein Markenzeichen schuf. 1920 erschien der erste „Reimmichl-Kalender“, der seither ein Dauerbrenner ist und mit 78.000 Stück seine Rekordauflage erreichte. Auch der Jahresweiser für 2017 ist wieder eine bemerkenswerte Ausgabe geworden, mit einer Fülle von fundierten Beiträgen aus Geschichte, Heimatkunde, Kultur, Religion, Lebensbildern und Literatur. Und natürlich mit dem ausführlichen Kalendarium, das auch Wetter, Sprüche und Patronate von alters her einschließt.

++++

Der Artikel hat für Sie wichtige Neuigkeiten enthalten? Sie wollen kritischen Journalismus unterstützen?
Dann tun Sie das mit einem ABONNEMENT unserer Wochenzeitung!

Aktuelle Ausgabe: Asyl-Journalist im Interview 1

Das Erbe des legendären "Reimmichl" TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel
vor 6 Stunden, 57 Minuten