Echtes Heimat-Flair! Mit dem Nachtwächter durch Wels

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Echtes Heimat-Flair! Mit dem Nachtwächter durch Wels

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Es haben nicht alle ihren gefährlichen Job überlebt. Der Nachtwächter wird heute romantisierend gesehen und gilt als Touristenattraktion. Wie es wirklich zuging, erzählt uns Hans Kaiser (69) auf einer Tour durch das finstere Wels…

Ein Bericht von Georg M. Hofbauer

„Sie waren oft nicht die gesündesten, hatten Kriegsverletzungen. Sie wurden angegriffen. Viele wurden im Dienst ermordet“, schildert Welser Original und Nachtwächter Hans Kaiser, während er seinen riesigen Schlüsselbund hochhält und sich den schwarzen Hut richtet.

Mit Nachtwächter Hans Kaiser auf Tour durch das mittelalterliche Wels

Schaurig und traurig zugleich. Und vor allem spannend erzählt, nein im Grunde gelebt: Hans Kaiser, seit acht Jahren Nachwächter „mit Konzession“ – darauf wird Wert gelegt – stellt nicht nur einen Ordnungshüter aus dem Mittelalter dar. Er lebt für die Rolle, für die Mundart, für die Stadt mit allen ihren historischen Ecken, Hinterhöfen, Plätzen und prächtigen Fassaden in schummrigem Licht…

Und wenn er nicht gerade eine Touristengruppe aus dem Allgäu auf seinem Rundgang mit seinen Schnurren in seinen Bann zieht, dann pflegt er als Buchautor oder im örtlichen Stelzhamerbund die alte Sprache, die Ausdrücke von gestern.

Fensterhennen und Hübschlerinnen

„Von dort oben, da schauten die Hübschlerinnen herunter. Sie wurden auch Fensterhennen genannt“, zeigt Hans, der gerade seine Laterne in Gang gesetzt hat, im Innenhof des Kremsmünstererhofes nach oben. Für die Gäste aus dem Allgäu, aber auch für die Welser Gäste der Tour wird artig übersetzt: „So nannte man früher die Dirnen.“

„Heute arbeiten die Dienstleisterinnen ein paar Häuser weiter drüben“, ergänzt Hans verschmitzt. Doch nicht alles ist wie damals zum Glück: Die Fäkalien wurden von den oberen Stockwerken auf die Gasse geschüttet und jetzt weiss man auch, warum der Nachtwächter seinen riesigen schwarzen Hut stets aufhatte und dringend benötigte.

„Gschichtldrucker“

Aber zurück zum Schönen. Hans zeigt hinauf zu prachtvollen Arkaden und schildert, wie Wels zu seinem sichtbaren Reichtum kam: „Alle Waren, die vom Traunsee mit den Schiffen angekommen sind, um sie Richtung Wien weiterzutransportieren, mussten drei Tage lang in Wels gelagert werden. Kostenpflichtig. So konnte man es sich leisten, italienische Architekten zu beauftragen.“

Im „richtigen Leben“ war Hans Kaufmännischer Angestellter und Journalist. Heute sieht er sich mehr als Erwachsenentrainer und Buchautor. „Gschichtldrucker“ wie er es bei unserer Schlußbesprechung im Ledererturm nennt. Mehr über ihn und seine Touren unter: www.eventkaiser.at oder unter 0676-77 60 395.

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